Donnerstag, 31. Juli 2008

Das sind Zustände, ts ts ts

Hallo,
dieses Institut ist einfach unglaublich. In mancherlei Hinsicht auch eine unglaubliche Katastrophe!
Gestern hatten wir Gewitter mit den typischen Regenzeit-Regenfällen und das halbe Gebäude stand unter Wasser. Ich werde noch ein Foto von der Treppe posten, an der das Wasser herunterläuft.


Aber nicht nur, dass es durch alle Decken tropft und zu den Türen hereinläuft (das Wasser ist tatsächlich zur Terassentür hereingelaufen, quer über den Flur und ist unter einer Bürotür durchgesickert von jemanden, der soweit ich weiß, momentan im Urlaub ist, arme Socke), nein, es lief sogar wasserfallartig (nicht übertrieben) INNEN an meinen GESCHLOSSENEN Bürofenstern runter, unglaublich! Ach ja: Und es lief in mein Netzwerkkabel, dass daraufhin die Nacht damit zubrachte anzuschmoren :( Jetzt hab ich Esaus geklaut, der war heute nicht da. Mal sehen, er hatte zwei darumliegen, vielleicht kann ich das hier behalten.


Ach ja, nachdem der Regen dann endlich mal aufgehört hatte, ist danach das Wasser ausgefallen und erst soeben (ca. 24 h später) zurückgekehrt. Das hat das Arbeiten im Labor heute dann doch etwas erschwert, nicht zu sprechen von den Unannehmlichkeiten, die eine nichtfunktionierende Toilettenspülung bei diesen Temperaturen verursachen kann. Glücklicherweise gab es wenigstens in einem Labor Wasser, was ich dann nach einiger Zeit auch herausgefunden habe. Das half zwar Daniel und Jessica nicht weiter, die eigentlich für die Synthesis Wasserkühlung brauchten und sich dann damit behalften, sich mit der Benutzung des Rücklaufbeckens abzuwechseln, aber wenigstens konnte man runterlaufen, wenn man irgendwelche Glasbehälter zu spülen hatte (wenn sie nicht gerade irgendwelche hochgiftigen Substanzen wie mein Benzylamin enthielten, die man nicht gerade durchs Treppenhaus tragen möchte und die dann auch mal den Nachmittag unterm Abzug verbrachten). Naja, aber jetzt ist das Wasser ja wieder da... Und schon wieder in rauen Mengen. Ich bin mir nicht sicher, ob es in der Zeit, in der ich im Labor war geregnet hat oder ob es irgendwelche undichten Leitungen sind, aber der Flur im zweiten Stock (meinem Stock) steht unübertrieben ca. 1 bis 2 cm tief unter Wasser. Man patscht dort tatsächlich lang.
Aber hier gewöhnt man sich ja an vieles. Im ersten Stock gibt es ein zerbrochenes Fenster, das mittlerweile noch ein paar Risse mehr hat und vor dem ein Pilon steht und ein Schild: Kaputtes Fenster, nicht anlehnen! Das allein wäre ja noch nicht so bedenklich. Bedenklich wird es erst, wenn man weiß, wie dieses Fenster zerbrochen ist: Es wurde zerschlagen von der Fensterscheibe aus dem dritten Stock, die aus dem Fenster fiel, sich mehrmals drehte und dabei die Fensterscheibe des zweiten Stocks erwischte. Natürlich war die Fensterscheibe des dritten Stocks schon eingebaut, also es ist nicht während des Bauens passiert.
Und eine dritte Sache: In den Fensterecken im Flur stehen graue Rohre. Sie sind hässlich und sie dienen keinem offensichtlichen Zweck. Was machen also diese Rohre dort? Ganz einfach: Nachdem das Gebäude fertig gebaut war, stellte man fest, dass sein Gewicht die Fensterscheiben zerbrach und man baute diese Pfeiler zur Unterstützung. Das waren Statiker, mhm?
So, da mir außer ein paar Rissen in den Wänden und der Bemerkung, dass dieses Gebäude erst fünf Jahre alt ist nichts mehr zu diesem Thema einfällt, beende ich diesen Post hiermal mit einer Ode an die mexikanische Baukunst ;)
Liebe Grüße aus einem Land, in dem man tatsächlich Angst haben muss, dass einem die Häuser über dem Kopf zusammenbrechen,
eure Jessi

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