Dienstag, 30. Dezember 2008

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Hallo Markus und Yvonne, hallo auch alle anderen,

ich hoffe, ihr hattet alle eine wunderschoene und besinnliche Weihnachtszeit und wuensche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr mit Glueck, Gesundheit, und Zufriedenheit.

Soeben habe ich den Titel meines Blogs geaendert und dies auf Anregung meines Cousins Markus und seiner Frau Yvonne. Euch beiden ganz spezielle Gruesse. Ich hab eben noch mal kurz meine Mails abgerufen und hab dort die Benachrichtigung ueber euren Kommentar gefunden und mich riesig gefreut. Ich wusste bis jetzt ja gar nicht, dass meinen Blog lest :) Na, jedenfalls nochmal danke fuer den Kommentar, freut mich megamaessig ;) Ich hoffe, es geht euch beiden gut, wenn ich wieder da bin (was Mitte Maerz sein wird und diesmal echt), muessen wir es endlich mal auf die Reihe bekommen, dass ihr mich mal besuchen kommt, oder ich euch.

Aber ihr habt Recht, mittlerweile ist es tatsaechlich schon ein Weilchen laenger als ein halbes Jahr und es wird ja noch mehr. Letztendlich werde ich am Ende fast ein Jahr hier gewesen sein. Eine ansehnliche Zeit, in der viel passiert ist, was nicht geplant war. Das ich das erste Mal meinen Aufenthalt hier verlaengert hab, weil mein Chef herkommen wollte, hatte ich ja schon erzaehlt und auch, dass ich Anfang November umgezogen bin. Was ich noch nicht erzaehlt hatte, da ich es ein paar Leuten vorher noch selbst per Mail oder Skype erzaehlen wollte (was ich jetzt, nach fast 2 Monaten endlich gemacht hab, Asche auf mein Haupt und Gruesse an die beiden), ist, dass Samuel und ich uns kurz danach getrennt haben. Und ich seit kurz danach mit Pedro zusammen bin, von dem ihr ja alle schon hier gelesen habt und der sich neulich beschwert hat, dass er meinen Blog gelesen habe (lang leben die Internetuebersetzungsprogramme) und nur glueckliche Fotos von Samuel und mir gefunden habe, aber nichts ueber ihn, ausser beim Schlafen. Aber das sollte sich jetzt wohl aendern. Ueber Silvester sind wir bei seiner Familie in Sinaloa, noch bis zum 5. Januar. Danach erzaehl ich mehr. Gerade sitze ich bei seinem Onkel am Computer und schreibe und er und sein Bruder haben Fenster gesaegt. Aber ich glaube, die beiden sind jetzt fertig und wir wollen mal so langsam los.

Also: Nochmal viele Gruesse speziell an Markus und Yvonne und an Johanna und Philipp und allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Viele Gruesse aus Sinaloa, wo es unweihnachtliche und unsilvesterliche 26 Grad sind und das bei einer Luftfeuchtigkeit von ich weiss nicht wie vielen Prozent,
eure Jessica

Montag, 8. Dezember 2008

Lustig, lustig, trallallalla, bald ist Nikolausabend da, bald ist Nikolausabend da!

Hallo und frohen Nikolaustag,
heute ist tatsächlich schon der 6. Dezember und ich fühle mich leicht merkwürdig, nicht wirklich als stände Weihnachten schon fast vor der Tür. Es fehlen die üblichen Traditionen beziehungsweise sie fühlen sich fehl am Platz. Traditionen außerhalb der Orte, an denen sie existieren sind halt einfach keine Traditionen, sondern merkwürdige Spinnereien. So wie Nikolaustag. Aber manchmal passieren auch Dinge, die ein bisschen Licht ins Dunkel der nichtvorhandenen Weihnachststimmung bringen. Momentan sitze ich im Starbucks in der Carranza auf dem Balkon/der Terrasse und arbeite. Davon bleibt man leider auch am Nikolaustag nicht verschont. Momentan bin ich mitten im Thesisschreiben und hänge leider hinterher. Eigentlich wollte ich die erste Version des Teils, den ich mit Martin und Eeuwe zusammen gemacht hab, bis Ende nächster Woche fertig haben, aber momentan befürchte ich, dass das nichts wird. Aber wenigstens bin ich nicht viel im Verzug *klopfaufHolz*. Gestern hat es erstmal meine Festplatte zerlegt, ich hätte fast 'nen Umschmiss bekommen. Meine Thesis ist momentan gespeichert auf der Datenpartition, die sich in der letzten Zeit immer mehr dem Zustand "voll" näherte. Jetzt war ich gestern also mehr oder weniger fleißig am Schreiben, als mir mein Linux Texteditor Kate meldete, dass er nicht speichern könne, die Datei sei nur zum lesen geöffnet. Zuerst dachte ich, die Platte sei einfach voll. Hab also nach Windows gewechselt (unter Linux hatte ich ja keine Schreibrechte) und hab erstmal 1,5 Gb Platz geschaffen. Aber das Problem blieb. Danach dachte ich, es sei ein Problem der Zugriffsrechte (Rechtemanagement unter Linux). Ein Überprüfen dessen ergab jedoch, dass alle Rechte gesetzt waren. Allerdings ließ sich auf die ganze Platte nur mit Leserechten zugreifen. Wir haben die Platte dann aus- und wieder eingehängt und den Rechner neugestartet. Alles funktionierte wieder. Für 15 Minuten. Dann das gleiche Problem. Viel schlimmer noch: Eine meiner Tex-Dateien war hinüber (sie hatte sich in eine binäre Datei verwandelt, wie bekloppt ist das denn?) und einer zweiten fehlte das Ende. Ach ja: Diese Dateien beinhalten meine Thesis und ich hatte schon ein paar Tage keine Sicherungskopie mehr gemacht. Naja, ich könnte jetzt noch ein Weilchen darüber schreiben, aber letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass sich die eine als Backup-Datei erhalten hat und die neueste Version der anderen sich in einem Ordner "found" wiedergefunden hat. God bless Linux :).
Aber eigentlich wollte ich ja über Weihnachtsstimmung schreiben. Wie gesagt: Heute ist Nikolaustag und wie jedes Jahr darf natürlich die Nikolausmütze nicht fehlen. Und da Samstag ist, hab ich mich heute mal wieder mit meiner Arbeit auf den Weg ins Starbucks gemacht, weihnachtlich ausgestattet mit Nikolausmütze auf dem Kopf. Und hab furchtbar geschwitzt, die Sonne hat sich nämlich nicht drum geschert, dass das Letzte, was eine Deutsche mit Nikolaustag in Verbindung bringt, 20 Grad Celsius im Schatten ist. Und ich kam mir auch reichlich merkwürdig vor, hier versteht ja keiner, warum ausgerechnet heute Tag für eine Nikolausmütze sein sollte. Aber die Mitarbeiter im Starbucks haben sich glaub ich trotzdem gefreut (oder zumindest amüsiert ;)). Und ein Rocher hab ich bekommen. Aber nicht von den Starbucksmitarbeitern, sondern von den beiden Unbekannten, die am Nachbartisch saßen und ebenfalls mit ihren Computern beschäftigt waren. Zwischendurch musste ich mal auf die Toilette und fragte die beiden, ob sie mal einen Moment auf meinen Rechner aufpassen könnten. Was mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar war: Die beiden waren auch Deutsche. Das ist mir erst klar geworden, als sie ihr Zeug eingepackt hatten und auf dem Weg nach draußen an meinem Tisch vorbeikamen. Und der junger Herr legte mir ein Rocher auf den Tisch und wünschte mir wortwörtlich "Frohe Weihnachten". Ist das nicht lieb?
Gerade ist unten auf der Carranza eine Coca-Cola Weihnachtsparade vorbeigezogen: mit ganz vielen Lichtern und Musik und Seifenblasen. Hier ein Photo:


Hübsch, aber trotz der Weihnachtdeko nur halb weihnachtlich. Schon eher weihnachtlich: die Weihnachtsdeko in der Querencia. Mit Weihnachtssternen auf jedem Tisch. Die in Kombination mit der Atmosphäre und dem Kerzenschein geben schon eher weihnachtliches Flair. Auch unser Institut ist teilweise geschmückt. Naja, teilweise geschmückt heißt, dass mein Kollege einen Weihnachtstern auf dem Schreibtisch stehen und unsere Sekretärin Weihnachtsdeko in ihrem Raum hat. Sehr weihnachtlich :) Auch einige von den Häusern in der Gegend sind geschmückt, man sieht einiges an Lichterkettern und unglaublich viele dieser aufblasbaren riesigen Weihnachtfiguren. Tagsüber, wenn es noch ziemlich warm ist, ergibt das für mich eine extrem merkwürdige Atmosphäre, aber nachts, wenn es etwas abgekühlt hat, ist es eigentlich sehr hübsch anzusehen. Die Tage bzw. Nächte mach ich mal Fotos von der Lichterdeko in unserer Straße.
Eben hat mich ein Herr hier angesprochen. Ob ich aus den Staaten käme? Nein, aus Deutschland. Ach ja. Und hat angefangen sich mit mir zu unterhalten. Und wollte meinen Namen wissen und was ich so mache. Er meinte, er würde halt so die Namen bzw. die Stories sammeln der Leute, die hier so Kaffee tränken. Das glaub ich ihm sogar, ich hab ihn nämlich letzte Woche schon hier gesehen und es schien mir, als hätte er den Kontakt zu den Leuten gesucht, die da waren. Aber er scheint ganz nett zu sein, macht halt ein bisschen Small Talk und geht dann wieder an seinen Tisch. Eben kam er rüber um mir eine Zigarette anzubieten. Als ich dankend ablehnte, fragte er, ob ich Wein trinke und ob ich Sport mache. Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen.
So, Pedro hat gerade geschrieben, dass er Kopfschmerzen hat und nicht mit will, um was zu essen. D.h. ich muss mir überlegen, was ich jetzt mache und was ich essen will. Eigentlich bin ich ja müde, aber wenn ich jetzt ohne Plan nach Hause gehe, gucke ich bloß wieder Desperate Housewifes. Furchtbar. Naja, zum Glück bin ich jetzt schon in der vierten und damit letzten Staffel, d.h. demnächst keine fernsehguckend um die Ohren geschlagenen Nächte mehr. Hm, vielleicht fang ich dann mit Grey's Anatomy an :)
So, ich bin weg, macht's gut, hoffe, bei euch ist es ein bisschen weihnachtlicher.
Liebe Grüße, Jessi

Dienstag, 18. November 2008

Mein neuer Lebensabschnittsgefährte: Georg-Viktor

Hallo,
soeben hat mich ein Kommentar zu meinem vorletzten Post erreicht. Erst wollte ich es ja gar nicht glauben: Jemand hat tatsächlich einen Kommentar geschrieben. Dirk, fühl dich mal offiziell geknutscht :) Dirk fragte mich, wer denn Georg-Viktor sei. Und bei genauerem Durschauen meiner Posts ist mir klargeworden, dass ich tatsächlich noch nicht über ihn berichtet hab und das obwohl sogar bei Picasa schon Fotos stehen. Georg-Victor ist seit 3 Monaten das Wesen an meiner Seite. Es ist klein und grün und trägt den Namen Georg-Viktor, weil ich noch nicht feststellen konnte, ob es Männchen oder Weibchen ist. Daher der Name: Georg kann ja auch eine Abkürzung für Georgina /-e sein und der Film Viktor/Viktoria ist ja allgemein bekannt.
Georg-Viktor ist eine Schildkröte und mein erstes Haustier. Wie komm ich zu einer Schildkröte in Mexiko? Wie vielleicht einige von euch wissen, wollte ich schon ein ganzes Weilchen lang ein Haustier haben. Da ich aber normalerweise viel unterwegs bin und auch keinen richtigen Platz dafür habe, ist es nie etwas geworden. Jetzt war ich im August auf einer Party bei Paco, Davids Bruder und Paco hat ein riesiges Aquarium voller Schildkröten. Und die fand ich schrecklich niedlich. Und als ich mich danach mal mit ihm darüber unterhalten hab, hat er versprochen, mir 2 kleine zu schenken, inklusive Aquarium. Das stände bei ihm sowieso darum. Und irgendwann kam dann David mit dem Aquarium und einer Schildkröte darin an. Und da sie noch sehr klein ist (ca 10 cm) kann man noch nicht sehen, ob es Männchen oder Weibchen ist. Und daher hat es aus den ober erwähnten Gründen den Namen Georg-Viktor bekommen. Hier ist ein Bild.


Später hab ich dann rausgefunden, dass ich tatsächlich 2 Schildkröten bekommen sollte. Aber David hat beim Transport eine der beiden unter einem Stein zerquetscht. Und hat davon weder mir noch seinem Bruder was erzählt. Das ist nur rausgekommen, weil Paco mich mal fragte, wie es denn den Schildkröten ginge und ich fragte: Welchen Schildkröten, es war doch nur eine. Und da ist David dann mit der Sprache rausgerückt. Naja, so ist das eben. Und seit dem teile ich mein Leben mit einer Schildkröte namens Georg-Viktor. Auf dem letzten Bild meines neuen Zimmers kann man übrigens das Aquarium sehen, es steht hinten links in der Ecke auf einem der Kartons. So, jetzt wisst ihr Bescheid.
Liebe Grüße, eure Jessi
Ach ja: Dirk, DANKE!

Freitag, 7. November 2008

Was in einer Woche so alles passieren kann...

Hallo,

seit meinem letzten Post ist zwar nur eine halbe Woche vergangen, aber es ist auch so einiges passiert. Daher will ich die halbe Stunde, die mir bis zum Mittagessen bleibt, dazu nutzen ein bisschen zu erzählen. Wie ihr ja schon aus dem letzten Post wisst, bin ich Montag umgezogen. Ein Foto hatte ich ja auch schon gepostet. Eigentlich wollte ich den Dienstag Nachmittag dann darauf verwenden, ordentlich zu putzen und sozusagen richtig einzuziehen. Nun kamen dann aber einige Dinge dazwischen, auf die ich hier gar nicht näher eingehen möchte, zumindest zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Vielleicht schreibe ich später mal darüber.

Wie man sich bettet...
Jedenfalls ist das dann Dienstag mit dem Putzen nichts geworden, aber wenigstens dazu gekommen, ein Kopfkissen zu kaufen bin ich. Dazu hab ich dann Dienstag abend Pedro dazu überredet, mit mir ins Home Depot zu gehen, wobei ich der trügenden Vorstellung aufgesessen bin, dass das sowas wie IKEA sei. Aber von wegen: Home Depot ist eher wie ein Baumarkt, wo auch Küchengeräte verkauft werden. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was sonst noch, ich fahr dann zu genervt, um noch weiter zu gucken. Nächster Halt dann also Walmarkt. Irgendwie gehen mir diese riesigen Märkte ja schon gehörig auf den Zeiger, aber was soll man machen... *schulterzuck* Dort hab ich dann auch nach einigem Probekopfauflegen (sehr zu Pedros Belustigung hab ich erstmal alle in Frage kommenden Kissen durchgeschmust) das richtige für mich gefunden: mittelgroß, dick, weich, flauschig und mit Leopardenmuster.


Kleine Komplexkunde
Warum ausgerechnet Leopardenmuster? Es scheint mir, dass ich mit diesem Muster endlich einem jahrelangen Komplex nachgegeben habe: Als ich ein Teenager war, war ich schrecklich verliebt in einen Mann, der 7 Jahre älter war als ich. Er war das am Anfang auch in mich, aber wenn man 21 ist und frau 14, kann das für man schon zum Problem werden. Nun begab es sich, dass besagtes männliches Wesen dann irgendwann eine Freundin fand (in seinem Alter). Eines Tages arbeitete eine Freundin von uns für ein Schulprojekt an einer Fotostory. Die Story war vorgegeben durch ein Liebesgedicht und ein Freund ich sollten die Hauptdarsteller sein. In einem dieser Bilder sollte ein Bett vorkommen (ich kann mich leider nicht mehr an den Zusammenhang erinnern, dieses Bild ist aus dem Endprojekt dann rausgeflogen) und es stellte sich heraus, dass die Freundin meines Angehimmelten das adequateste Bett für diesen Zweck zu haben schien, also sind wir für dieses Foto zu ihr gefahren. Und sie hatte so ein riesiges Futonbett mit Bettwäsche aus Satin mit Leopardenmuster. Und offenbar war dies für mich zu diesem Zeitpunkt die absolute Verkörperung des Erwachsenseins: Bettwäsche mit wildem Leopardenmuster. Und es scheint, als sei ich dies über die letzten 11 (!) Jahre hinweg nicht losgeworden. Aber jetzt hab ich ja endlich ein Stück Bettzeug mit Leopardendruck, ich denke, jetzt sollte ich wohl geheilt sein :) Und es ist superweich und kuschelig und ich wäre am liebsten direkt nach Hause gefahren und hätte es ausprobiert oder es zumindest mit in die Kneipe genommen, in die wir dann noch sind, aber Pedro hat mich nicht gelassen, der olle Spielverderber. War bestimmt neidisch auf mein schmusiges Kissen :P

Herbstputz
So, genug jetzt über Bettzeug. Am Mittwoch hab ich dann endlich den Tag genutzt um zu putzen und einzuräumen. Hab lang geschlafen, war an der Uni zu Mittag essen und danach sind wir zu Office Depot und haben drei Pappkisten gekauft. Und dann bin ich nach Hause und hab ordentlich geputzt und danach mein sauberes Zimmer eingeräumt und ein bisschen dekoriert. Zusätzlich zu dem Foto oben, dass auch schon mein neues Zimmer zeigt, poste ich hier noch zwei:

Ciencia en el Bar
Und dann war es auch schon Zeit, mich auf den Weg zur "Ciencia en el Bar" zu machen, die jetzt endlich wieder angefangen hat, was mir die Möglichkeit gibt, dieses Konzept, dann doch noch zu untersuchen. Das gab es schon mal, als ich gerade hierhergekommen war und es hat jetzt sozusagen die zweite Staffel angefangen. Den ersten Mittwoch im Monat trifft man sich in einer Bar, wo dann jemand einen wissenschaftlichen Vortrag hält. Und dabei gibt es Cheves und danach halt Bar. Diesen Vortrag hat Jürgen Engelfried gehalten, wie man am Namen schon sieht Deutscher und es ging um den LHC (Large Hadron Collider), der an bzw. unter der Grenze von Schweiz und Frankreich steht. War durchaus interessant, auch wenn ich die meisten der Dinge schon wusste. Und ich hab tatsächlich sein ganzes Spanisch verstanden. Und mich danach furchtbar aufgeregt. Nach dem Vortrag war wie üblich Fragerunde und ich meldete mich, um eine Frage zu stellen und der Typ von der Bar nimmt mich dran und meint dann, ich könne auch auf englisch fragen, wenn ich wolle. Fein, ich sehe ja die guten Intentionen schon ein, aber trotzdem: Ich höre mir einen Vortrag an, der über eine Stunde dauert und komplett auf Spanisch ist, d.h. sowohl die Folien als auch der Vortrag selbst. Und verstehe offensichtlich genug um danach eine Frage stellen zu wollen. Dann kann man doch wohl davon ausgehen, dass ich genug Spanisch beherrsche, um dann auch diese Frage auf spanisch zu stellen, oder? Lupitas Kommentar war dann, ich sei Deutsche und Jürgen meinte daraufhin, ich könne auch auf deutsch fragen. Danach hatte er dann bei mir auch wie meine Ma sagen würde verschissen. Und ich war so mies drauf, dass mir Lupita erstmal ein paar lustige Fotos zeigen musste, damit ich mich wieder abrege. Aber trotz dieses kleinen Zwischenfalls gefällt mir das Konzept, meiner Meinung nach sollten wir sowas in Kassel auch haben. Na, mal schauen, ob man sowas nicht organisieren kann.

Und sonst...
Und gestern ist eigentlich nicht allzu viel passiert. Ich war mal wieder beim Sport, ich war mit ein paar Freunden weg und ich hab die ersten 3 Folgen der 3. Staffel Desperate Housewifes geguckt. Also nichts wirklich Aufregendes. Heute morgen war ich tatsächlich mal beim Seminar, Jorge und Pedro haben Vorträge gehalten. Jorge über künstliche Intelligenz (Jorge ist ein guter Redner, mir gefällt sein Vortragsstil) und Pedro über das Rechnen mit Graphikkarten.
Und Martin hat mir meinen Ordner aus Deutschland mitgebracht. Jetzt kann ich also tatsächlich richtig loslegen mit meiner Thesis. Nächste Woche wollen wir Lage- bzw. Konzeptbesprechung machen. Außerdem hat er mich erstmal bezüglich Kassel auf den neuesten Stand gebracht. Aber das erzähl ich beim nächsten Mal. Jetzt geh ich erstmal die Jungs zum Essen suchen und dann mach ich für heute Feierabend. Es ist wunderschönes Wochenende und das werden wir daher mal etwas früher als sonst einleiten.

Wünsch euch ein allen ein schönes Wochenende, bis demnächst.
Jessica

P.S.: Es gibt neue Fotos, schaut mal rein.

Dienstag, 4. November 2008

Das Umziehen ist der Jessis Lust

Hallo,

seit gestern abend habe ich ein neues Heim, iich wohne jetzt bei David und seiner Schwester Lizet mit im Haus. Was ein Akt! Samstag hatte ich schon ein bisschen angefangen zu packen mit dem Ergebnis, dass mein Zimmer nicht nur aussah, als habe eine Bombe eingeschlagen, sondern als habe eine Bombe eingeschlagen und dabei einen geöffneten halbgepackten Koffer mitten im Raum hinterlassen.


Am Sonntag war ich dann mit Pedro in verschiedenen Märkten um Kisten zu finden. Natürlich ist ein Großteil meiner Sachen in den Koffern umgezogen, aber es sind ja auch Dinge in der Küche und im Bad, die von einem Ort zum anderen gebracht werden wollen. Nun war allerdings Sonntag und es gab nirgends Kisten, also hat mir Pedro versprochen, er ginge Montag morgen beim Walmarkt vorbei und brächte mir die Kisten dann mit ans Institut, ich hatte von 8 bis 10 Uhr morgens SEM. Das haben wir dann auch halbwegs so gemacht. Ich bin zum SEM und Pedro hat verpennt und kam so gegen 11.30 Uhr aber dafür dann tatsächlich auch mit Kisten. Dann hab ich noch die beiden von dem Kaffeetisch in ihrem Büro bekommen (wir haben dafür eine andere dorthin getan) und eine hab ich aus der Instanthaltung bekommen. Leider konnten wir keine weiteren wie die vom Kaffeetisch finden, aber was soll's. Um 12 Uhr gab's dann noch Kaffee und Kuchen aufgrund Carlas Geburtstag (Sekretärin der Division) und um 13.30 Uhr war ich dann mit den Kisten zu Hause und hab angefangen zu packen. Dann war ich Mittag essen und bin danach wieder nach Hause um weiterzupacken. Pedro hat mir ein bisschen Gesellschaft geleistet. Er ist irgendwann wieder ins Institut und ich war dann so gegen 19.30 Uhr endlich mit allem fertig.


Und dann musste das ganze Zeug umgezogen werden. Es waren: mein großer und der kleinere Koffer, 2 große Kisten für das Zeug aus der Küche, eine mittlere Kiste für das Zeug aus dem Bad, eine mittlere Kiste mit Schuhen, 2 Schuhkartons (einer mit Dokumenten und Schmuck und so, einer mit Papieren), eine mittlere Kiste mit Souvenirs und Kram, eine mittlere Kiste mit meinen Ordern, Bücher, Dvds, etc und eine große Kiste mit Luftbalons (die vorher an meiner Wand hingen und jetzt an die neue Wand kommen :) ). Und dazu natürlich mein Uni-Rucksack und das Terrarium mit Georg-Victor. Und 2 Plastiktüten mit Getränken (eine mit Erfrischungsgetränken und eine mit Alkoholika, yammi). Und ein halber kleiner Kuchen bzw. Pan de Muertos. Ich glaube, das war alles, aber war ja schließlich auch genug, ich weiß gar nicht, wie sich so viel Zeug ansammeln kann.
Der Brüller war allerdings, dass dann tatsächlich eine der Kisten gekracht ist. Naja, eigentlich ist sie nicht richtig gekracht. Pedro hat sie aus dem Auto genommen und sie ist unten aufgegangen (ich hatte sie nur zusammengesteckt, nicht geklebt) und ihr gesammter, vorher ordentlich sortierter Badezimmerinhalt ergoss sich auf die Strasse. Und es war 'ne Menge Zeug. Und Pedro: Warum hast du denn diese Kiste nicht zugeklebt? Geklebt? MHM? Naja, passiert halt :)
Und dann war ich endlich mit meinem ganzen Zeug da. Ich hab zwar noch kein Bett, aber immerhin schonmal 'ne Matraze auf dem Boden und 2 Decken. Nach dem Mittagessen muss ich nochmal los, ein Kissen kaufen, mir tut von letzter Nacht ziemlich der Nacken weh. Und das ganze Zimmer ist halt voller Kisten, einen Teil werde ich wohl so als Möbel benutzen.
Ausgeräumt hab ich noch nicht. Hab nichts, worein ich das Zeug räumen könnte und außerdem ist es superdreckig, ich muss gleich erstmal putzen. Aber geschlafen hab ich eigentlich ganz gut. So erinnert mich das unheimlich an meine Teenagerzeit: Eine Matraze auf dem Boden.


Jetzt geh ich gleich erstmal das Fahrrad zurückbringen und dann fang ich mal an, dass Zeug in der Küche auszuräumen. Dann gibt's Mittag und ich werd wohl mal ein Kissen kaufen gehen. Und dann muss ich putzen und mal sehen, dass ich so ein bisschen Ordnung in das Chaos bringe. Aber ich freu mich riesig! Und irgendwie gefällt mir die Gegend auch besser. Ist zwar nicht so fein, aber so fein ist ja auch nicht mein Stil. So, jetzt mach ich mich mal los.

Geschäftige und glückliche Grüße, Jessi

Samstag, 1. November 2008

Helloween und mehr Wesen von anderen Sternen

Hallo ihr Lieben, schaudernde Grüße aus meinem Bett!

Katerstimmung
Es ist 10:26 Uhr und ich sitze/liege in meinem Bett und hab Gesellschaft: einen Kamillentee, eine Wärmflasche und einen Kater von einem anderen Stern. Eigentlich mag ich gar keinen Kamillentee, aber er ist warm, löscht Durst, ist magenfreundlich und auf der Packung steht "reconforting", was mich an diesem Morgen in einer angenehmen Weise an das rosafarbene "Don't panik" der Anhalter-Romane erinnert.

Auf Umwegen zur Partyeinladung
Gestern abend haben wir Helloween gefeiert und es war super und allein schon die Vorbereitung hat riesig Spaß gemacht. Ich war so dumm, die letzten Jahre nicht zum Karneval zu gehen. Am Mittwoch hatte mich Maria-Luisa gefragt, ob ich auch zu Fannys Kostümparty ginge. Was für eine Kostümparty? Ich bin nicht eingeladen. Aber nach gestern stelle ich mal wieder fest, dass sowas in diesem Land überhaupt kein Problem ist. Maria-Luisa kommentierte auch sowas in die Richtung oder ignorierte zumindest den Einwand der nichtvorhandenen Einladung. Aber Kostüm sei Pflicht! Am Donnerstag war ich ja wie schon erzählt mit Rafa und Julio tanzen und die beiden fragten auch, ob ich zu der Party käme. Jungs, ich bin nicht eingeladen. - Die Party ist zwar bei Fanny, aber es ist nicht im eigentlichen Sinne ihre Party. Es ist die Party von allen. Und sie hat dich bloß nicht eingeladen, weil sie dich nie sieht. - Ich weiß ja nicht. Aber da die beiden meist mit zum Organisationskomittee gehören, war ich schon fast überzeugt. Rafa, als was gehst du? - Weiß ich noch nicht. Und du, Julio? - Verrat ich dir nicht, siehst du dann morgen. Dabei bin ich doch sooo neugierig.
Gestern morgen hatten wir ja dann allfreitägliches Kaffeetrinken. Es war interessant. Ich hab neben dem Kaffeeausschenker gestanden und mit supervielen Leuten gesprochen. Mit Jorge, Pily, Julio, dann lange mit David. Und halt mit allen nacheinander. Und Jose-Luis hat mich in die Seite gepückt! Strange. Aber der Platz gefällt mir für die Kaffeepause. Durch den hohen Durchfluss an Leuten kann man sich mit vielen Unterhalten. Sind halt immer nur ein paar Worte, aber das ist eigentlich ganz nett so. An einem der Tische saßen dann die Jungs und Mädels aus dem neuen Studienjahr (also so die ganze Truppe mit Rafa, Julio, Maria-Luisa, Blanca und auch Fanny). Und Maria-Luisa fragte dann auch wieder, ob ich hingehe und ich meinte nochmal, ich sei ja nicht eingeladen. Guck, hier ist Fanny, dass sie dich einlädt. Und was blieb ihr da schon anderes übrig.

Was zieh ich an, was zieh ich an...? (100 Gummipunkte für denjenigen, der mir sagen kann, wie das Lied weitergeht)
Aber dann blieb noch die Frage nach dem Kostüm. Irgendwas, was einfach ist und für das man nicht viel machen muss, denn es musste ja schon am Abend fertig sein. Hah, ich gehe als Vampir, das wollte ich schon ewig mal machen. Dafür braucht man nur die passenden Zähne, Schminke und ein paar passende Klamotten. Aber auch das musste erstmal gefunden werden. Bin dann nach dem Institut mit Pedro ins HEB und dort gab es zumindest die Schminke und die Zähne. Auch einen Umhang, aber den nur in Teenagergröße, die mir dann gerade mal bis zu den Oberschenkeln reichte. Auch im Wal-Markt gab es nichts passendes. Pedro hat Pappe gekauft und Stifte und wollte als You-Tube Video gehen. Und dann sind wir auf die Idee gekommen, dass wir ja Magda (Pedros Mitbewohnerin) nach Sachen für das Vampir-Kostüm fragen könnten, sie ist halt in der Gothik-Szene und spielt auch LARP. Ja, hatte sie und sie hat mir auch welche geliehen. Und Pedro hat dort ein anderes Kostüm verpasst bekommen: er ist als Straßenprostituierte gegangen. Und hat damit den Vogel des gestrigen Abends abgeschossen. Hätte es einen Preis für das coolste Kostüm gegeben, ich denke mal, er hätte ihn gewonnen: kurzer, roter Rock, hohe Stiefel, schwarzes Stretchoberteil inklusive ausgestopftem BH. Dazu Zöpfe und Schminke (Augenmakeup und roter Lippenstift). Und das Ganze bei einem Kerl mit Kotletten, Kinnbart und echt haarigen Beinen. Zum Schreien!
Madga hat mir einige Sachen geliehen, aber genutzt hab ich letztenendes nur die Plateausandalen und den Umhang: schwarzes, geschmeidiges Gewebe, bodenlang (auch mit hohen Schuhen), lange, weite, quergeschnittene Ärmel und eine Riesenkapuze. Und der Umhang selbst halt auch weit, ist ja ein Umhang. Also bestand mein Kostüm dann aus einem knielangen, schwarzen Rock mit einem leichten Schimmer, einer schwarzen Korsage (so in die Richtung), Plateausandalen und diesem Umhang. Und dazu Finger- und Fussnägel in rot und natürlich das passende Makeup. Also: Das Gesicht weiß grundieren und die Augenbrauen schwarz nachzeichnen. Dazu schwarzer, langer Lidstrich mit zwei Enden und Wimpern richtig fett schwarz getuscht. Und dann den Mund mit Theaterschminke blutrot anmalen und aus dem Mundwinkel eine Blutspur. Und natürlich die obligatorischen 2 Bisspunkte am Hals. Dazu die Haare dann richtig fett toupiert. Dieses Makeup zusammen mit dem richtigen Gesichtsausdruck ist einfach nur cool. In Deutschland werde ich zusehen, dass ich mir so einen Mantel besorgen und dann wird das mein nächstes Faschingskostüm. Allerdings muss ich zugeben, dass mich das Schminken schon viel Zeit gekostet hat, vor allem, da ich ja nun alles andere als ein Experte in Sachen Makeup bin. Die Grundierung war ja noch einfach, aber dann hab ich natürlich erstmal den Lidstrich versaut. Und nachdem man sich erstmal die Augenbrauen mit Theaterschminke angemalt hat, saut man mit dem Schwarz von dort auch ständig rum. Und Lippenstift auftragen kann ich ja sowieso gar nicht. Aber letztenendes war ich dann doch mit dem Ergebnis zufrieden, mehr als zufrieden, um ehrlich zu sein.



Endlich geschafft
Aber es war dann auch schon spät und von den Jungs immer noch keine Spur. Wir wollten zu viert hin. So gegen 19 Uhr hatte Jorge noch angerufen und dann gefragt, ob er auch mitkommen könne. Ich weiß zwar nicht, warum ich dass dann machen musste, aber letztenendes hat das dann damit geendet, dass ich bei Rafa angerufen hab (weil der schon bei Fanny war und keiner Fannys Nummer hatte) und gefragt hab, ob Jorge auch mitkommen könne. Das war dann aber kein Problem. Aber letztendlich hat sich das alles super gezogen. Die Party ging um 20 Uhr los und um 22.x Uhr waren dann wenigsten Pedro und Jorge schon mal bei mir und wir sind dann von hier los um David abzuholen und haben erstmal das Haus nicht gefunden. Und danach haben wir Fannys Haus nicht gefunden. Aber irgendwann waren wir dann tatsächlich da. Jipieh. Und die Kostüme der anderen waren auch cool: Wir hatten einen Piraten und dazu eine weit weniger verkleidete Piratin, eine Hexe (oder zwei), mehrere weibliche undefinierte Kostüme (so mit Glitzer und so, die dann halt hübsch aussehen), ein Bunny (das aus schwarzer Kleidung mit Bunny-Ohren und Umhang mit Bunny-Schwänzchen bestand), Raf war ich glaub Untoter


und Julio war Padre in weißer Toga und mit diesen spitzen Mützen. Sieht fast so aus wie Cucluxclan.


Das Kostüm hat mir zusammen mit dem Piraten auch gut gefallen, weil es so richtig schön traditionelle Kostüme waren, wobei der Padre natürlich wesentlich eindrucksvoller war (und als Lichtgestalt ein gutes Opfer für eine Gestalt der Nacht wie z.B. einen Vampir). Aber wie gesagt: Pedro hat durchaus den Vogel abgeschossen. Als er reinkam hat alles gejohlt und gekrischen, es war einfach cool.



... oder sollte das Glück nur von kurzer Dauer sein?

Als wir dann endlich am Ort unserer Bestimmung angekommen waren, mussten wir auch schon fast wieder gehen. Ich hab zwar keine Ahnung weshalb, aber kurz nach unserer Ankunft und nachdem der Pirat (mit Namen Juan) Geld für Cerveza eingesammelt hatte, verkündete er plötzlich, dass wir jetzt leider alle gehen müssten. Ich weiß nicht, ob es zu laut war oder was Sache war. Aber wir hatten Glück und David meinte, wir könnten bei ihm weiterfeiern. Und das haben wir dann auch gemacht. Bis um 6 Uhr morgens, als die letzten gingen (Pedro, Julio, Rafa, ich und ... mir fällt ihr Name gerade nicht ein). Und es war so eine richtig schöne Party mit Tanz, wie es hier nunmal so ist (und bei uns leider nicht).

Überraschung!
Auf der Party hab ich auch mit Lizet gesprochen und herausgefunden, dass David ihr gar nicht erzählt hatte, dass ich bei ihnen einziehe. Das fand sie dann gar nicht so lustig. Aber dass ich dort einziehe, war okay für sie.


Und Katzen gibt es auch in dem Haus, ganz niedliche kleine. Süß!

Und mehr Entzückung
Gestern hab ich zum zweiten Mal Andre gesehen, Magdas Baby. Diesmal konnte ich mich ein Weilchen länger mit ihm beschäftigen während Magda und Pedro Zeug für sein Kostüm gesucht haben. Was für ein niedlicher kleiner Fratz. Ich will auch so eins!

So, das war's jetzt soweit erstmal, dieser Post wird schon wieder ewig lang. Ich telefonier jetzt erstmal mit meiner Ma und danach mal sehen, was ich mache.
Verkaterte Grüße, eure Jessi

Dienstag, 28. Oktober 2008

Lang, lang ist's her...

... das letzte Mal, dass ich gebloggt hab. Viele, viele Dinge sind geschehen, die meisten allerdings durchaus privat. Allerdings sind natürlich auch ein paar nicht ganz so private Dinge geschehen und davon kann ich ja mal berichten. An dieser Stelle einen lieben Gruß an Sven, der mich gerade online in den Hintern getreten hat, mal wieder was zu schreiben.
Bis hierhin bin ich tatsächlich am Dienstag gekommen, super Post, oder? Mittlerweile ist Freitag und vielleicht komme ich jetzt tatsächlich mal dazu, etwas mehr zu schreiben, nachdem ich heute morgen endlich mit der Mail fertig geworden bin, die ich Lena versprochen hatte. Es sind ja auch bloß 7 Seiten geworden, aber manchmal tut Schreiben gut und man kann ja nicht alles mal so einfach in einen öffentlichen Blog schreiben. Aber gut, was gibt's Neues?

Schneeflöckchen, Weißröckchen...
Mittlerweile zieht auch in Mexiko der Winter ein bzw. der Herbst. Am Sonntag war ich noch draußen in Spaghettitop und hab geschwitzt (geschätzte 25 Grad) und diese Woche haben wir schon Winter. Matthias erzählte mir, dass es in Kassel schon den ersten Schnee gab. Ganz so schlimm ist es hier dann zwar doch noch nicht, aber am Dienstag hatten wir laut Wetterbericht 10 Grad, gefühlte 7. Also einen Temperaturabfall von 15 Grad innerhalb von 2 Tagen. Und ich weiß nicht, wie es am Montag war, aber ich schätze mal, genauso kalt, was dann einen Abfall von 15 Grad innerhalb von 24 Stunden macht. Vorgestern hab ich mir dann auch erstmal eine wärmere Jacke gekauft, so richtig kuschelig und gestern noch einen Schal und ein Paar Handschuhe dazu. Also erstmal ausgerüstet für die Temperaturen hier, damit ich mir nicht mehr permanent wie ein Schneemann / eine Schneefrau vorkommen muss. Der Witz an der Sache ist, dass mich hier schon alle aufziehen: Du bist doch Deutsche, warum frierst du denn so? Solltest du das nicht gewohnt sein? Recht haben sie ja im Prinzip, aber das macht es mir auch nicht wärmer :( Davon abgesehen wird es hier zwar wohl auch mal kalt, Schnee gibt es allerdings so gut wie nie. Ist ja auch kein Wunder, immerhin gehört SLP zur "zona semidesertico" (heißt das im deutschen dann Halbwüste?), ist also viel zu trocken für Schnee. Aber im Moment kommt es mir sowieso erst noch mehr wie Herbst vor. Am Wochenende hatten auch wir Zeitumstellung mit der Konsequenz, dass es jetzt um 18:30 Uhr stockdunkel ist. Dazu den Tag über oft grau und durchaus windig. Und ich hab permament Lust auf Tee, Drachen steigen lassen und sehne mich nach stundenlange Spaziergängen im Wald. Tee ist auch hier nicht allzu schwierig zu bekommen, leider ist das mit den Waldspaziergängen durchaus schwieriger. Schließlich gibt es hier keinen Wald. Und das macht mir tatsächlich zu schaffen. Als nordhessisches Kind bin ich es einfach gewohnt, von Bäumen umgeben zu sein. Rechts Bäume, links Bäume, vorne Bäume, hinten Bäume, so viele, dass das Sprichwort "Den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen" oft wortwörtlich genommen werden kann. Jetzt geht mir doch mal aus der Sicht da vorn! Nun ist es nicht so, dass ich in Deutschland tatsächlich viel Zeit im Wald verbringe, doch ist der Herbst dort auch allgegenwärtig ohne direkt im Wald zu sein. Die Kälte, die Feuchtigkeit in der Luft, der Geruch der ersten entfachten Kamine, die Bäume die sich in ihren typischen Herbstgewändern kleiden. Dazu die Strassen nass und voller Laub, dass bei jedem Schritt unter den Füssen raschelt und dabei den typischen modrigen Geruch verströmt, wie er nun mal nur im Herbst existiert (oder vielleicht noch in dem einen oder anderen dunklen Keller). Es ist jetzt ca. 2 Wochen her, als ich eine merkwürdige Erfahrung gemacht hab. Es war Sonntag und ich auf dem Weg zum Institut. Es war supersonnig und warm, ich hatte 'ne dünne Hose und ein Spaghettitop an. Es war so warm, dass ich nachher auf dem Dach gesessen und mich gesonnt hab bis es mir dort mit hochgekrempelten Hosen noch zu warm wurde. Als ich nun auf dem Weg Richtung Institut war, brannte die Sonne nur so vom Himmel, grad so, als wolle sie noch ein letztes Mal mal zeigen, wozu sie fähig ist, bevor sie sich dann für den Winter ein wenig mehr Ruhe gönnt. Und als ich so die Straße langspazierte unter den Bäumen hindurch und durch die Laubhaufen, stieg mir tatsächlich ein Hauch des oben erwähnten Herbstgeruchs in die Nase. Unten den knöchelhohen Haufen Laub hatte sich tatsächlich Feuchtigkeit gesammelt. Die Kombination dieser heißen Sommersonne mit einem leichten Geruch von Herbst entfachte in mir einen Sturmflut von gänzlich widersprüchlichen Emotionen, die für mich im Prinzip den Beginn dieses Herbstes ausmachten.

Vamos a bailar!
Gestern abend war ich tatsächlich endlich mal Salsa tanzen! Jipieh! Nachdem mir mein Spiegel neulich auf eine sehr rücksichtslose Weise mitteilte, dass es durchaus mal wieder an der Zeit sei, etwas mehr auf meine Figur zu achten (bzw. was gegen den Speck zu tun) und ich letzte Woche mehr als deprimiert war, hab ich mich letzten Mittwoch auf ein Neues im lokalen Fitnessstudio angemeldet und auch gleich meinen ersten Abend dort verbracht. Das hat mir so gut getan, dass ich jetzt wieder mehr auf genügend Bewegung achten will. Daher war ich diese Woche sowohl Dienstag als auch Mittwoch wieder da. Ich geh dein ein Weilchen aufs Laufband (so zwischen 30 und 45 Minuten, ich hoffe, dass ich das auf die Dauer steigern kann) und dann an die Geräte. Das tut dann nicht nur Figur und Gemüt gut, sondern auch dem Rücken. Gestern abend hatte ich aber so gar keine Lust, schon wieder ins Studio zu gehen, vor allem, da ich mich am Mittwoch schon recht gequält hatte. Nach Hause wollte ich aber nicht und ein bisschen Bewegung sollte schon sein. Und dann ist mir eingefallen, dass ich ja mittlerweile ein paar Leute kenne, die Salsa tanzen und sich auf einen Vorschlag neulich hin auch schon interessiert gezeigt hatten, Donnerstags mal tanzen zu gehen. David wollte also mitkommen und noch seine Schwester fragen und außerdem hab ich Rafael und Maria Luisa Bescheid gegeben, den einzigen beiden von meinen Bürokollegen, deren Handynr. ich hab. Am Ende wollten dann Rafa und Julio mitkommen. Nach einigem hin-und-her war der Plan dann, sich um 22 Uhr am HEB zu treffen und von dort gemeinsam ein Taxi/den Bus zum Cruz de Celia zu nehmen, eine Kneipe in der Innenstadt, wo man Salsa tanzen kann (der Name kommt von der Salsasängerin Celia Cruz). Nachdem ich mich dann durch Musik in meinem Büro zunehmend belästigt gefühlt hab, hab ich mich frühzeitig nach Hause gemacht, hab noch Schal und Handschuhe besorgt, meine Wäsche aus der Wäscherei geholt und bin dann nach Hause um vorm Ausgehen ein bisschen auszuruhen und vielleicht ein Nickerchen zu halten. Hab dann auch eine Stunde geruht und mich dann losgemacht. Nachdem es so dann schon 21.40 Uhr, hatte ich geplant, zu Fuß zu gehen, hatte dann aber doch Glück und es fuhr noch ein Bus, der sogar noch Service hatte. Mhm, Kaugummi wäre gut und ich hab noch einen Augenblick Zeit, also bin ich eine Station früher ausgestiegen und beim Oxxo vorbeigegangen. Oh ja, ich hatte schon ewig kein Wrigleys Spearmint mehr, genau das will ich. Gab's allerdings nur im Packen zu 17 Streifen! Und dann auch noch als Angebot 2:1! Na toll, ich wollte 1 Kaugummi und hatte plötzlich 2 Packen a 17 Streifen. Und nachdem ich bezahlt hatte, hab ich festgestellt, dass ich noch ein winziges Päckchen Pfefferminzkaugummis vom Mittagessen hatte. Und das alles bei jemandem, der normalerweise gar kein Kaugummi kaut. Hab dann eins der großen Päckchen Rafa geschenkt, der mich etwas verwundert anguckte, als ich ihn fragte, ob er ein Päckchen Kaugummi wolle. Aber die Erklärung hat er dann akzeptiert. Und dann hat David angerufen um mitzuteilen, er hätte zu viel zu tun und könne nicht mitkommen. Also sind dann Rafa, Julio und ich allein losgezogen mit dem Bus Richtung Innenstadt. Ich war die einzige, die wusste, wo das Cruz de Celia ist und wie sich dann herausstellte, hatte ich eine Abzweigung vergessen und wir mussten erstmal ein ganzes Weilchen suchen. Peinlich, peinlich. Als wir ankamen, gab's gerade einen Schnupperkurs, aber der dauerte nur noch 10 Minuten oder so. Wir haben uns erstmal einen Tische gesucht, was zu trinken bestellt, Erdnüsse gefuttert und den anderen beim Tanzen zugeguckt. Und ich hab mich ein bisschen davon einschüchtern lassen, wie gut alle tanzen. Das ist irre hier: Entweder die Leute können gar nicht tanzen oder super gut, Mittelmaß scheint es kaum zu geben. Und irgendwann fragte Rafa dann, ob ich tanzen wolle. Klar. Und ich hab festgestellt, dass er ganz anders tanzt als ich es gewohnt bin. Und dass ich furchtbar aus der Übung bin. Das mit der Übung ist dann im Laufe des Abends ein bisschen besser geworden, aber es war trotzdem ganz anders als das, was ich gewohnt bin. Und dann hab ich mit Julio getanzt und wieder mit Rafa und wieder mit Julio und wieder mit Rafa. Und zwischendurch haben wir ein bisschen Pause gemacht und uns über die Flasche Tequila hergemacht. Es war halt ein bisschen blöd, dass wir zu dritt da waren, so hat immer einer allein am Tisch gesessen :( Und dann war es irgendwann 2 Uhr und es war Feierabend und wir sind nach Hause. Hölle, ich weiß nicht, was in meinem letzten Drink war oder ob es die ganze Bewegung, der Alkohol und dann die frische Luft in der Kombination waren, aber als ich zu Hause ankam, konnte ich kaum noch gerade laufen und hab die ganze Zeit gekichert. Und als ich im Bett lag, hat sich alles gedreht. War halt so richtig übel angetrunken :) Und dementsprechend ging's mir heute morgen. Bin das erste Mal heute nacht aufgewacht und war hellwach. Irgendwann bin ich dann wieder eingeschlafen und dann aber 'ne Stunde vor meinem Wecker aufgewacht und war total rappelig. Und hatte Bauchschmerzen. So einen leichten Kater halt. Aber das macht nichts, es war so cool gestern, genau das, was ich gebraucht hab. Salsamusik, mal rausgehen, mal was anderes machen, einfach nur so. Und ich hab die Jungs gefragt, ob sie mir nicht ein bisschen was beibringen. Ich hab also nächste Woche bei den beiden Salsa-Unterricht. Hoffentlich wird das was... David hat mir übrigens heute morgen erzählt, dass die beiden nicht schlecht über mich berichtet hätten. Puh, Glück gehabt :)

Helloween
Heute ist der 31. Oktober und damit Helloween und heute abend gibt es bei Fanny eine Helloween-Party mit Verkleidungszwang. Es muss kein Helloween-Kostüm sein, aber irgendeine Verkleidung. Maria-Luisa hatte mich am Mittwoch schon gefragt, ob ich hinginge, aber Fanny hatte mich nicht eingeladen. Und die Jungs haben gestern auch gefragt. Aber die gleiche Antwort. Nein, jeder kann kommen, Fanny sieht dich halt nie. Mhm, weiß ja nicht. Aber heute Morgen beim der freitäglichen Zusammenkunft meinten sie dann: Hier ist Fanny, damit sie dich einladen kann. Na, und dann hat sie mich natürlich eingeladen, also kann ich auch hingehen. Jetzt muss ich gleich noch los und sowas wie ein Kostüm finden, ich schätze mal, es dürfte wohl Vampir werden, das ist wenigstens einfach. Schwarze Kleidung, Rüschenbluse, Schminke, Haarspray, Vampirzähne und fertig. Hoffe, ich finde das Passende im HEB. Bin gespannt, als was die anderen kommen. Um 20 Uhr soll's losgehen. Ich poste dann demnächst Fotos.

Nur wer seinen Ort ändert, kann seinen Impuls bestimmen
Am Montag ziehe ich um. Ursprünglich hätte mein Aufenthalt hier gestern enden sollen, doch ich hab mehr oder weniger spontan beschlossen, noch zu bleiben, wenn ich es mir leisten könne. Und ich hatte das Glück, dass David mir angeboten hat, ich könne bei ihm und seiner Schwester mit ihm Haus wohnen, wenn ich mich entschließen würde, zu bleiben. Jetzt bleib ich also noch bis zum 12. Dezember hier und wohne bei den beiden. Montag ziehe ich um. Es tut mir zwar leid für Tere, dass sie dann keine Mieteinnahmen von mir hat, aber ich muss dann halt auch auf's Geld achten. Mal schauen, wie das wird. Aber dann seh ich ihn wenigstens ein bisschen mehr, was mich freut.

So, genug erstmal für heute, ich muss mich jetzt mal um mein Kostüm kümmern, wenn ich es schaffe, melde ich mich demnächst wieder und erzähl ein bisschen mehr.
Gruselige Grüße, eure Jessi

Dienstag, 30. September 2008

Was ich letzte Woche so gemacht hab: Geburtstagsparty :)

Eingeladen hatte ich für 21 Uhr, für 20 Uhr zum Aufbauen. Geschlafen hab ich zwar nicht, aber immerhin geruht. Bin dann so gegen 18.45 Uhr aufgestanden, hab was gegen Kopfschmerzen genommen und mich fertig gemacht und dann mit den Sandwiches angefangen. So gegen 20.25 Uhr kamen dann Jaime und Lupita, kurz darauf Clara und ihre Freundin und wir haben dann zusammen aufgebaut und geschmückt. Die ganze Garage war voller Luftballons. Und dann kamen auch irgendwann so nach und nach die anderen. Und dann ging es los. Letztendlich waren da: Jaime, Lupita, Clara, Claras Freundin, Jorge, Pily, Pedro, David, Rafael (aus meinem Büro) und noch einige mehr aus meinem Büro, Ferdinando (spät und mit Pizza, yummi), Sosa, Alejandro und Mario (kurz), Jorge und seine Freundin, ... und bestimmt noch irgendwer, den ich jetzt vergessen hab. Und wir haben gegessen, getrunken, geschwatzt, getanzt (ich hab einige Male mit David getanzt, einmal mit Jorge und einmal mit Pedro im Flur, himmel, der hatte tatsächlich einiges intus den Abend, irgendwann hat er angefangen, den Tequila direkt aus der Flasche zu trinken und wir anderen haben dann mitgemacht :) ) und letztenendes auch noch gesungen (David und Pedro haben abwechselnd Gitarre gespielt). Und auf der Party hab ich meine erste Caipirinha dieses Jahres getrunken, obwohl es eher eine Tequirinha war, statt Rum haben wir nämlich Tequila genommen. Und Ferdinando war sehr angetan von meinem Getränk und auch Jorge fand es lecker, obwohl er lieber bei seinem Wodka-Tonic geblieben ist. Was 'ne Party: Es gab gute Musik, Caipi und es war kalt: Ich hab mich wie zu Hause gefühlt. Und im Bett war ich dann so gegen 4 Uhr. Die letzten haben noch aufräumen geholfen, was die Arbeit am nächsten Tag sehr erleichtert hat, die Lieben. Ach ja: Mario hat mir 'ne Flasche Tequilalikör mitgebracht, die einer seiner Freunde herstellt. Bin ja mal gespannt. Aber am Ende des Abends hatte ich immer noch keine Nachricht von Hugo bezüglich des SEMs am Samstag.

Was ich letzte Woche so gemacht hab: Partyvorbereitungen und IPICyT sucht den Superstar

Den Rest der Woche hab ich dann außer mit Arbeit (was in diesem Fall heißt: SEM und Raman) hauptsächlich damit verbracht, Zutaten für Trifle zu suchen. Mittwoch war ich wie immer zu Hause zum Mittag essen und danach bin ich nicht ans Institut zurück, sondern ins Walmarkt, wo ich dann tatsächlich Löffelbiskuit gefunden habe und auch die Crema para batir von Lyncott. Im Internet hatte ich in einem Forum gelesen, dass es in Mexiko exakt eine Schlagsahne gibt, die sich einigermaßen mit deutscher vergleichen ließe und das sei die Crema dulce von Lyncott. Keine Ahnung, ob das die gleiche ist wie Crema para batir, aber Freitag hat sich dann herausgestellt, dass die zumindest okay ist. Außerdem hab ich im Walmarkt auch noch die zweite Staffel von Desperate Housewifes zu einem zumindest akzeptablen Preis (355 Pesos statt wie im HEB 5.. Pesos) gefunden. Leider gab es die zweite Staffel von Futurama nicht. Zum Thema Futurama fällt mir noch ein, dass ich am Dienstag ein sehr gutes Mittagessen hatte. Und zwar war Jaime nicht da und Pedro hatte Lust auf Sushi. Und als es in unserem Lokal an der Uni auch kein Hähnchen mehr gab, haben wir uns in einem Lokal in der Himno Nacional Sushi geholt, sind zurück ans Institut und haben bei Pedro im Büro Sushi gefuttert und dabei die ersten drei Folgen Futurama geguckt. Cool wars. Aber zurück zu Mittwoch: Bei Sams gab's auch kein Futurama und danach bin ich zum Spanisch. Und als ich zu Hause war abends hab ich festgestellt, dass ich vielleicht doch zu wenig Löffelbiskuit gekauft hatte. Also musste ich dann Donnerstag nochmal los. Eigentlich hatte ich mit Abraham getauscht, so dass das Raman am Donnerstag benutzen könnte und er für mich am Freitag. Aber er hatte dann doch Stress und wollte am Donnerstag, also hatte ich ein bisschen Zeit und wollte zum Walmarkt. Pily war dann so lieb mit mir hinzufahren (und Jorge und Pedro sind auch mitgekommen) und danach bin ich dann nach Hause und hab die erste Schicht des Trifle gemacht: Mit 500 g Löffelbiskuit, 1,5 kg Erdbeeren, 5 Bananen, ich weiß nicht, wie vielen Nektarinen und 5 l (!!!) Wackelpudding. Das wurden dann zwei Schalen Trifle und eine RIESENschüssel Wackelpudding. Und dann war ich von dem Kirschlikör hinreichend angeheitert und bin zurück ans Institut, so gegen 14.30 Uhr. Dann war ich mit Pedro Mittagessen (dank Kirschlikör in bester Laune) und dann bin ich, nachdem ich endlich Grisel erreicht hatte, nach Abraham ins Raman. Um 17 Uhr gab es dann im Alpha eine Art Ipicyt sucht den Superstar. Ich war dann auch um 17.30 Uhr, nachdem mir Pedro 'ne Nachricht geschrieben hatte: David va a cantar. Ich hatte schon Angst, ich hätte es verpasst, aber er hat dann später gesungen. Die Veranstaltung war lustig, die Leute im Publikum hatten Fänchen und haben angefeuert und die Menschen auf der Bühne haben teilweise echt gut gesungen. Hut ab! Manche haben auch einfach nur lustig gesungen. Es gab dann auch zwei Preisklassen: für die beste und für die motivierteste Darstellung. David hat den dritten Platz gemacht in der Kategorie beste Darstellung (mit Ojala von Silvio Rodriguez). Und danach gab es einen Torre mecanico draußen vor dem Eingang. Ich hab mich auch mal draufgetraut, natürlich sehr zum Amüsement der Mexikaner (oh, die Deutsche :) ). Und danach gab es Essen: Pizza, Nudeln, Baguette und Salat. Und dann war es 20 Uhr und ich musste zurück ins Raman. Pedro wollte mit seinen Fussballkumpels Bierchen trinken gehen und fragte, ob ich mitwolle, aber ich musste noch jede Menge Arbeit fertig machen. Er ist dann mit rüber ins Beta und wollte die erste Folge der zweiten Staffel Big Bang Theory gucken. Wartest du auf mich? - No. Na, dann eben nicht. Aber ich kann sie dir kopieren, wenn du willst. Na danke. Bin dann hoch ins Raman und nach einiger Zeit klopfte es an der Tür und Pedro kam um mit mir Big Bang Theory zu gucken und mir ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Eigentlich wollte er ein bisschen auf mich warten und dann Bier trinken gehen, aber es wollte gehen und ich musste arbeiten. Also hat er mir halt weiter Gesellschaft geleistet. Bis ich fertig war. Um 2 Uhr morgens. So gegen 12 Uhr wollten wir mal runter gehen und Kaffee trinken, aber da hatten sie uns eingeschlossen. Und nachdem wir endlich die Telefonnummer der Rezeption gefunden hatten, ging dort niemand ans Telefon. Irgendwann haben wir's dann im Alpha versucht und dort dann tatsächlich auch unseren Poli gefunden. Der hat dann aber nicht auf Anhieb das Carlas Büro gefunden und dann haben er und der Mensch vom Alpha versucht, hier anzurufen, was ich dann glücklicherweise mitbekommen hab und dann konnten sie endlich wieder die Tür aufsperren. Das gleiche ist mir übrigens gestern auch wieder passiert. Wollte aus dem Raman raus und die Tür war schon wieder zugesperrt. Bin ja mal gespannt, ob ich nachher rauskann. Na, man wird's sehen.
Jedenfalls war es dann am Donnerstag hinreichend spät und Freitag musste ich wieder früh raus um mein Raman fertig zu machen, woraufhin ich dann auch hundemüde war. Am Freitag hab ich dann festgestellt, dass ich gar kein Raman machen konnte, da sich mein Sample bewegt hatte und daher erstmal SEM machen muss. Aber das SEM war schon belegt. Blöd. Vor allem, da ich gerade aus 'ner Besprechung mit Humberto kam und wir einen verbindlichen Termin mit Rafael Quintero ausgemacht hatten, dass ich am Mittwoch nach Queretaro gehen könne/solle. Und vorher noch Literaturrecherche bezüglich der Peakenergie machen solle. Ich bin fast durchgedreht. Hab dann versucht, Daniel zu erreichen, um ihn zu fragen, ob ich am Samstag das SEM benutzen könne, aber der war nicht da. Also hat Hugo ihm 'ne Mail geschrieben und Freitag hab ich erstmal Literaturrecherche gemacht. Die Ergebnisse waren zwar nicht berauschend, aber immerhin so 'ne grobe Idee hab ich jetzt. Und Mittags konnte ich dann nach Hause gehen, bzw. nach dem Mittagessen sind Jaime und Pedro mit mir ins HEB um Zeug zu kaufen und haben mich dann zu Hause abgesetzt. Hab dann den Pudding auf den Trifle gemacht und noch einige Einladungen für abends verteilt und mich dann erstmal 'ne Runde ins Bett gelegt. Ich hatte so Kopfschmerzen. Aber Pedro ging's wohl auch nicht besser. War halt spät vorher.
Und dann sollte die Party endlich losgehen.

Was so mal alles passiert ist in der letzten Woche: Ein gemütlicher Abend bei Freunden

Hallo,
mal wieder sitze ich im Raman Labor, höre Troba (ich liebe Troba und das jeden Tag mehr) und langweile mich gerade furchtbar. Also kann ich auch ein bisschen bloggen. Vielleicht darüber, was ich so gemacht hab: privat, an der Arbeit und was so alles nicht funktioniert hat und was doch. Damit es etwas übersichtlicher wird, teil ich es in mehrere Teile auf. Teil 1: Ein gemütlicher Abend bei Freunden.
Da ich neulich schon so viel über die Arbeit geschrieben hab, ist jetzt wohl mal das Privatleben dran. Von meinem Geburstagswochenende hab ich ja schon berichtet. Was hab ich die Woche drauf so gemacht? Gute Frage, nicht allzu viel, befürchte ich mal. Am Dienstag haben wir früher mit Spanisch aufgehört und mir war noch ein bisschen nach Spazieren bzw. nach was machen zu mute. Dann bin ich erst kurz durch die Innenstadt gelaufen und hab bei der Gelegenheit in einem Laden zwei super-coole T-Shirts gefunden. Ich wollte sowieso T-Shirts kaufen, die gut zu Blue Jeans passen und die beiden sind echt cool. Letzten Sonntag haben zwar Jaime, etc den Kommentar abgegeben, dass das Emo-Shirts seien, aber immerhin hab ich keine schwarzen Haare, also nicht so schlimm. In dem Laden lief Bachata und ich hatte furchtbar Lust, mal wieder tanzen zu gehen. An dem Abend gab es auch wieder Kino vor der Kathedrale und als ich feststellte, dass 1984 lief und es außerdem furchtbar geregnet hab, hab ich mal geguckt und ein Herr hat mir ein bisschen Platz gemacht. Dafür hat er mich dann immermal wieder zwischendurch vollgequatscht und mich u.a. gefragt, ob ich schon 'ne Bleibe hätte, er hätte zu Hause jede Menge Platz und es wär auch nicht weit von dort. Himmel herrje, nicht mal in Ruhe einen Film angucken kann man in diesem Land, es ist unglaublich.
An diesem Abend hab ich festgestellt, dass ich tatsächlich alt und weich werde (nein, ich beziehe mich hier nicht auf den körperlichen Aspekt, obwohl auch dies in letzter Zeit zuträfe). Der Film hat mir doch ganz schön zugesetzt und als Wilson (heißt der Hauptcharakter so) im Ministerium gefoltert wird und an einer Stelle zu weinen anfängt, war's mir dann tatsächlich zu viel und ich bin aufgestanden und gegangen, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass mich der Mensch neben mir auch nicht mehr belästigt hat. Blieb noch die Frage, wen ich den Abend mal ein bisschen belästigen könnte. Da ich Lust auf Tanzen hatte, hab ich Alejandro (Parajo) ne SMS geschickt, ob er nicht Lust hätte. Der hatte sich allerdings schon mit einem Freund zum Abendessen verabredet, meinte aber, wenn ich Lust hätte, könnte ich auch vorbeikommen. Warum eigentlich nicht. Gesagt getan. Hab noch in 'ner Bäckerei drei Teilchen als Nachtisch besorgt und er hat mich dann auf der Carranza aufgelesen. Das Haus ist cool, es hat einen wunderschönen Garten als Innenhof mit hohen Mauern und komplett mit Büschen umsäumt. Und es ist total still und recht dunkel, so dass man dort sitzen und Stille und Sterne genießen kann. Und das Ganze ca. 3 Blöcke von der Carranza entfernt. Geil. Und er hat eine Katze, einen Papagei, der schon schlief und zwei super niedliche französische Pudel. Mario, sein Freund kam dann auch bald und wir haben lecker Käse-Gorditas mit Bohnen, Sauerrahm und Salat gegessen. Und zum Nachtisch Teilchen. Und gequatscht. Und dann sind wir hoch in Alejandros Zimmer und Mario hat versucht, sein W-Lan einzurichten und dann haben wir gequatscht und Fotos angeguckt und noch mehr gequatscht und das ganze bis ca. 1 Uhr nachts. Es war urig gemütlich und genau das, was ich gebraucht hatte: einfach mal rumhängen und quatschen und das ganze an einem gemütlichen Ort. So wie zu Hause halt. Mario ist auch Physiker. An diesem Abend sehr zum Leidwesen von Parajo, der am Ende des Abends dann doch etwas gelangweilt davon war, dass sich seine Gäste über ihre Arbeit unterhalten haben und das auch noch mit sichtlichem Interesse. Na, er wirds wohl überleben :)

Samstag, 27. September 2008

Infos, die die Welt nicht braucht

Ich habe soeben im Netz die Info gefunden, dass Walkenhorst der 39946. häufigste Name in den USA ist und damit im Durchschnitt 0,19 von 100.000 Menschen in den USA den Nachnamen Walkenhorst tragen. Toll, oder?

Donnerstag, 25. September 2008

Mein Geburtstagswochenende

Samstag war mein 26. Geburtstag. Und das Wochenende wollte ich endlich mal wieder feiern.
Freitag hab ich so gegen 18Uhr im Raman Schluss gemacht und hab beschlossen, ich könnte jetzt mal nach Hause fahren und vielleicht endlich mal mein Rad mitnehmen. Pedro wollte noch das Ende von Sassy Girl gucken, aber ich wollte erstmal nach Hause. Also haben wir dann ausgemacht, dass ich ihm später eine SMS schicke, ob er noch da ist und dann könnten wir eventuell noch Film gucken oder auch ins La Quebrada (jipieh, das ist gerade das erste Mal, dass ich mich an den Namen dieser dummen Kneipe erinnern kann) gehen, da waren wir ja die Woche zuvor Freitags schon und es war toll. Ich hab dann festgestellt, dass mein Rad platt ist und hab mir letztendlich 'n Taxi genommen. Zu Hause hab ich dann erstmal rumgehangen, relaxt, Musik gehört und richtig heiß und lang geduscht. Heiß und lang duschen hilft bei mir gegen allen Stress der Welt. Zwischendurch hab ich dann Pedro mal 'ne SMS geschickt, was denn nun mit später sei, aber keine Antwort bekommen. Und so gegen 21 Uhr hab ich dann beschlossen ans Institut zu fahren und zu gucken, ob er noch da ist und wenn nicht alleine ins La Quebrada zu gehen. Und als ich mir schon 'nen Taxi gerufen hatte, hab ich ihn dann doch noch erreicht und er meinte, er bräuchte noch so 15 Minuten und käme dann bei mir vorbei. Aber da ich ja schon ein Taxi bestellt hatte, wollten wir uns dann am Institut treffen. Ich kenne Pedro ja schon ein bisschen, also hab ich mir vorsichtshalber ein Buch mitgenommen. Er war dann auch nach ca. 45 Minuten da. Da hatte ich mir mittlerweile schon fast überlegt, wieder zu fahren. Wir haben dann Sassy Girl zu Ende geguckt, der doch noch ein ganzes Weilchen ging und uns dann auf den Weg Richtung Kneipe gemacht. Um Punkt 12 Uhr sind wir ins Auto gestiegen und ich wurde erstmal geknuddelt :) Naja und dann sind wir los und haben irgendwo auf der Carranza geparkt und sind ein bisschen gelaufen (Pedros Kommentar: Wer parkt eigentlich so weit weg?) und sind dann zur La Quebrada. Es war noch ein Tisch frei, direkt vor der Bühne. Aber wir hatten Glück, nach einiger Zeit sind die Leute aus der Ecke (der anderen wie den Freitag zuvor) aufgestanden und gegangen und wir sind umgezogen. Wir hatten beide etwas Hunger, aber bis wir uns dann soweit durchgerungen hatten, was zu Essen zu bestellen, hatte die Küche schon zu. Super Timing. Und so gegen 3 Uhr (mal wieder geschätzt) haben wir uns dann losgemacht, mal wieder die letzten. Aber schön war's.
Den Samstag hab ich dann erstmal lang geschlafen (mit Zwischenstopps, weil Samuel angerufen hat) und dann, nachdem meine Ma auf meinem Handy angerufen hat um mir zu gratulieren, bin ich aufgestanden, hab mich fertig gemacht und dann erstmal über eine Stunde mit ihr geskypt. Und da ich danach nichts zu tun hatte, hab ich mich ein bisschen gelangweilt, hab ein paar leute zum abendessen eingeladen und hab dann den Nachmittag im Nagelstudio verbracht. Tolle Art, seinen Geburtstag zu verbringen, oder? Und dann haben wir uns um 20 Uhr am Plaza de los Fundadores getroffen (Jorge, Pily, Jaime, Sosa und ich) und sind zum Damaskos gefahren. Das ist das arabische Restaurant bei mir um die Ecke. Dort gab's dann gemischte Platten und ein Getränk, das aus Jocoque mit Kräutern bestand. Ich fand's gut, hat mich an Kräuterlassi erinnert. Die anderen fanden's nicht so gut. Ach ja: Und ich hab ein Geburststagsgeschenk bekommen von Jorge und Pily: Eine Tüte Bubu Lubu. Und nach dem Essen haben wir ein bisschen diskutiert und dann beschlossen, Billard spielen zu gehen. Zwischendurch hat noch Jorge angerufen um mir zum Geburtstag zu gratulieren, was ich super lieb fand. Ach ja: Außerdem haben geschrieben: Miguel aus Mexiko Stadt, Miguel vom Fussball. Und ich hab ein paar Emails bekommen und Carsten und mein Bruder haben mir SMS an meine deutsche Handy-Nummer geschickt. Aber zurück zum Text: Auf dem Weg zum Billard hab ich festgestellt, dass die Tüte mit Bubu-Lubu auch ein paar Ohrringe enthielt, mit kleinen Blümchen. Jipieh. Die erste Billardkneipe war geschlossen und dunkel, also sind wir weiter zu der zweiten (in der Jo und ich beim ersten Mal Billardspielen waren) und die hatte noch geöffnet. So dachten wir zuminest, doch als wir eintraten, sagte man uns, es sei schon geschlossen.

Bild der geschlossenen Billardkneipe

Also sind wir dann weiter ins Fushion, eine pseudoasiatische Trendkneipe. Und das war recht cool dort. Etwas laut zwar, jedoch war die Musik gut und es war schade, dass es keine Tanzfläche gab, denn es hat mich echt in den Beinen gejuckt. Und so gegen 2 Uhr sind wir dann nach Hause und ich hab spontan beschlossen, meine Fete, die eigentlich Sonntag abend stattfinden sollte, zu canceln und stattdessen Carcassone zu spielen. Also haben wir uns für Sonntag um 19 Uhr bei mir zum Carcassonne spielen verabredet. Ich hab keine Ahnung mehr, was ich dann Sonntag gemacht hab. Ich weiß noch, dass ich ausgeschlafen hab und dann in der Stadt war um nach Kopfhörern zu suchen. Und dann kam ich wieder und es waren schon wieder Leute am Feiern, Carla hatte nämlich Geburtstag. Also hab ich mich dazugesetzt, Tacos, Nudeln und ein Stück Kuchen gegessen und Schwätzchen gehalten. Paco fragte mich dann irgendwann, wie es denn den beiden Schildkröten ginge. Den beiden? Ich hab nur eine. Und da hat David dann erwähnt, dass er eine auf dem Weg unter einem Stein zerquetscht hätte. Aber zuvor hatte er davon nichts gesagt, weder zu Paco noch zu mir. Jaja, Lügen haben kurze Beine (und in diesem Fall noch nicht mal sonderlich schöne). Und dann bin ich in mein Zimmer und hab ein bisschen Desperate Houswifes geguckt. Und so um 19.15 Uhr schrieb dann Jorge, dass er jetzt Pily abholen fährt und dann kämen sie. So gegen 19.40 Uhr waren sie dann auch da, wohlgemerkt als die ersten. Hab dann Jaime und Sosa geschrieben, wo sie denn blieben. Sosa antwortete dann auch irgendwann, dass er nicht käme und irgendwann klopfte es dann an der Tür. Ach ja, Jaime ist da. Aber war dann doch Pedro. Jaime kam dann noch etwas später. Aber dann waren doch alle vollzählig und einer mehr und wir haben gespielt, was recht lustig war. Und als sie alle gegangen waren, hab ich noch ein bisschen Desperate Housewifes geguckt (will heißen, hab den Rest der ersten Staffel gesehen) und dann bin ich ins Bett gefallen. Und das war mein Geburtstagswochenende: ohne Kuchen und ohne Party.

Jemand will seinen Pulli wieder

So, mittlerweile ist zwar schon wieder Donnerstag und ich sitze mal wieder im Raman, aber ich hänge etwas hinterher mit dem Schreiben, daher berichte ich erst mal fertig über letzte Woche (diese ist eh nicht so allzu viel passiert). Letzte Woche Freitag nachmittag, als ich im Raman saß, klopfte es an der Tür und ... halt, nein, es klopfte nicht. Ich war hier am Wurschteln und plötzlich stand ein junger Mann im Raum. Ich hab mich furchtbar erschreckt, was ihm dann doch sehr unangenehm war. Er fragte dann, ob ich Jessica sei. Ja. Wir hätten uns gestern abend kennengelernt. Und ich hatte nicht den leisesten Hauch einer Ahnung, wovon er sprach. Wenn er nicht meinen Namen gewusst hätte und bei mir im Labor gestanden hätte (oberstes Stockwerk, durch die Tür des Chefs, ganz hinten im Gang links durch zwei weitere Türen, was bedeutet, dass man hier nicht mal so zufällig vorbeikommt), hätte ich gedacht, dass er mich mit jemanden verwechselt (obwohl auch dies hier generell mehr als unwahrscheinlich ist, soviele rothaarige Mädels laufen hier schließlich auch wieder nicht rum). Jedenfalls stellte er sich dann als einer von den Jungs vom Fußball vor (zugegeben: ich wusste dann zwar, wohin er gehört, aber erinnern konnte mich immer noch nicht). Er kam dann rein, kam um meinen Schreibtisch rum, guckte sich an, was ich so trieb, fragte danach und fing an sich mit mir zu unterhalten. Und ich wurde den Gedanken nicht los: Okay, er ist ja ganz nett und so weiter, aber: Was zum Teufel will er hier? Kontakte knüpfen oder was? Nachdem wir uns dann ca. 'ne halbe Stunde unterhalten hatten (ehrlich: ich hab keine Ahnung, wie lange, aber das ist so mein Gefühl), ausgemacht hatten, dass wir mal zusammen tanzen gehen könnten und weiß der Himmel noch was und er quasi schon auf dem Weg zur Tür raus war, fragte er dann nach seinem Pulli und dass man ihm gesagt hätte, dass ich den habe. Und ich dachte nur: Warum sagt der Kerl das denn nicht eher? Meine Herren... Na, zumindest war das Rätsel dann auch geklärt und ich muss nicht dumm sterben.
Bisweilen verwirrte Grüße, Jessi

Freitag, 19. September 2008

Endlich mal wieder bloggen - die Zweite

Hallo,

es ist Freitag, der 19. September, 11.02 Uhr und ich sitze im Raman und bin hundemüde. Das wird auch dadurch nicht besser gemacht, dass es im Raman stockduster ist (mal abgesehen von den 2 Bildschirmen, die leuchten). Aber ich bin ja nun mal selbst schuld. Das wär alles nicht so, wenn ich nicht so Desperate Housewifes abhängig wär. Gestern, nach einem langen Tag im Raman mit nur Laserlinie 633 nm, war ich dann so gegen kurz vor acht fertig und Pedro hat mich mit zum Glorietta genommen. Ich hätte ihn ja so schlagen können. Vorgestern abend haben wir zusammen My Sassy Girl geguckt ... mhm... ich fang einfach mal irgendwo vorne an, das ist wohl einfacher. Montag und Dienstag war ich ja in Mexiko Stadt und Mittwoch dann den ersten Tag wieder am Institut, das hatte ich schon erzählt. Mittwoch um 19.15 Uhr hatte ich dann Spanischunterricht. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich mal erzählt hatte, ich wolle gerne Kung Fu Panda sehen. Pedro hatte den letzte Woche runtergeladen, zu einer Version für sein Handy konvertiert und die Version in vernünftiger Bildschirmqualität gelöscht (wie nerdy kann man sein?). Jedenfalls hatte er ihn jetzt noch mal in vernünftiger Qualität und wir hatten beschlossen, ihn diesen Abend zu gucken. Also bin ich nach dem Spanisch-Unterricht beim Oxxo vorbei und hab Popcorn und Cerveza besorgt (und ein Sandwich) und bin dann wieder zum Institut. Und dann haben wir es uns ein bisschen gemütlich gemacht (sofern das auf Schreibtischstühlen geht) und haben Kung Fu Panda geguckt. Ach ja: Ich habe das Popcorn nur ein winziges kleines bisschen anbrennen lassen (es roch nur ein bisschen komisch). Pedros Kommentar zu den Cervezas war cool: Pedro, willst du eine Cerveza? - Du hast Cerveza mitgebracht? Ich hatte überlegt, aber gedacht, dass das wohl nicht in deinem Sinne wär. Und sein Gesicht hättet ihr mal dabei sehen sollen: Strahl! Ich hab auch tatsächlich für mich hier eine vernünftige Cerveza gefunden: Alkoholfrei, aber dafür mit Salz und Zitrone. Sehr akzeptabel :) . Kung Fu Panda ist übrigens okay, kein wirklich toller Film, aber einmal kann man sich ihn angucken. Und danach haben wir nochwas gesucht, was wir gucken könnten und haben dann angefangen "My sassy Girl" zu gucken. Dieser Film ist so zum Schreien komisch, es ist einfach herrlich. Und so um 1 Uhr haben wir dann mittendrin aufgehört und beschlossen, es sei besser am nächsten Tag weiterzugucken. Ich hatte am nächsten Tag Raman und Pedro wollte Magda aus der Klinik abholen. Magda hat nämlich am Montag ihr Baby bekommen. Am Mittwoch waren Jorge, Pily, Pedro und ich im Krankenhaus um sie zu besuchen. Alle haben das Baby gesehen außer mir. Es durfte nämlich immer nur ein Besucher im Zimmer sein und ich wollte als letzter, aber dann wollte Napolis (der Vater des Babys) das Zimmer par tous nicht mehr verlassen. Tja, doch kein Baby gesehen. Wo war ich? Ach ja: Am Donnerstag bin ich dann den ganzen Tag bei den Mikroskopen rumgelaufen und als ich abends bei den anderen ins Büro bin hab ich ein bisschen mit Pily geschwätzt, die ihren Seminarvortrag am Vorbereiten war (den sie dann Freitag morgen auch gehalten hat) und plötzlich war Pedro die ganze Zeit hinter seinem Computer am Lachen. Was ist denn da so lustig? - Dieser Film ist ja so komisch. - Mhm, welcher Film? - Sassy Girl. - Du guckst Sassy Girl? - Ich bin fast fertig. Du warst ja den ganzen Tag nicht da. Und dann war ich doch etwas sauer. Na, Pedro wollte dann jedenfalls zum Fußball bei der Uni und hat mich mitgenommen zum HEB. Und als er dann gemerkt hat, dass ich tatsächlich stinkig war, hat er zugegeben, dass er mich nur veräppelt hat. Ich hätte ihn so dermaßen schlagen können. Er fragte dann noch, ob ich nicht Lust hätte zum Fußball zu kommen. Das hab ich dann tatsächlich auch gemacht. Erst war ich im Supermarkt und bin dann Richtung Oxxo übers Unigelände, hab mir beim Oxxo ein Sandwich geholt und erstmal ausgiebig die Fotoausstellung an der Mauer der Uni betrachtet. Ich liebe gute Fotos von Menschen :) . Und danach bin ich Richtung Fussballfeld gelatscht, hab mich an den Rand gesetzt und hab mein Abendessen gefuttert. Und hab gefroren, mittlerweile ist es nämlich auch hier nachts kühl und bisweilen vor allem windig. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass auf der anderen Seite noch jemand saß, woraufhin ich mich dann rübergesetzt hab. Das Mädel mit Namen Aida (ja, wie das Club-Schiff) war aus der Molekularbiologie und war mit den anderen Jungs da (gegen die Pedro, sein Bruder, Jorge, Manuel und ... gespielt haben), die auch allesamt aus der Molekularbiologie waren. *vorstell und direkt alle Namen wieder vergess* Nach dem Spiel sind die Biologen Tacos essen gegangen und wir wollten noch ein bisschen Miches drinken. Aber vorher hab ich noch am Spielfeldrand einen Pulli aufgesammelt, den offensichtlich einer der Jungs vergessen hatte. Und dann sind wir zum anderen Fussballfeld und haben dort nebenan Miches geholt. Ich wollte eine mit Ananas-Geschmack, aber die sei laut Thekenmensch eklig, also doch 'ne normale. Aber die hatte genügend Salz und Limone um gut zu schmecken. So ausgerüstet und bekleidet mit zusätzlich zu T-Shirt und Shirt-Jacke dem gefundenen Pulli, einem recht großen Rebozo und Pedros Jacke (und ich hab trotzdem noch gefroren) haben wir uns dann auf die Tribüne gesetzt, dem Spiel zugeguckt und geschnuddelt. Und geplant, dass es demnächst mal wieder ne Feier geben müsse. Irgendwer fragte dann, wann denn der nächste Geburtstag sei und Jorge meinte: Jessica. Wann ist dein Geburtstag? - Übermorgen. Fein, dann machen wir dann was. Leider konnte ich aber Samstag keine Party machen, da Maria Jose schon eine Party bei uns geplant hatte. Also wollte ich Sonntag Party machen und Samstag wollten wir dann weggehen. Letztendlich sollte es dann ganz anders kommen, aber das ist Thema eines andern Posts, sonst wird das alles zu lang. Und nach den Miches ging's dann nach Hause. Da war es so gegen 12 Uhr. Und ich kam auf die glorreiche Idee, ich könne ja noch eine Folge Desperate Housewifes gucken. Und dann war es ... ich weiß nicht mehr so genau, vielleicht 3 Uhr oder ein bisschen später. Eine DVD dauert nämlich 3 Stunden. So, und deshalb bin ich jetzt hundemüde.
Jessi

Mittwoch, 17. September 2008

Endlich mal wieder bloggen

Hallo ihrs,
nachdem ich so lange nichts geschrieben habe, ist jetzt endlich der Post "Touris auf Reisen - Teil II" über mein letztes Wochenende mit Johanna fertig, inklusive Bildern, zu finden im Monat Juli. Nun gibt es von den letzten Wochen im Prinzip nichts und doch wieder unheimlich viel zu erzählen, also fang ich einfach mal ein bisschen mit dem alltäglichen an und poste dann irgendwann auch mal Berichte über die letzten Wochenenden.
So langsam nährt sich mein Aufenthalt seinem Ende (es bleiben noch ca. 6 Wochen) und ich sehe dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freu ich mich riesig darauf wieder nach Hause zu kommen, meine Freunde wiederzusehen, meine Familie und irgendwie auch die ganzen anderen Pappnasen, mit denen man vielleicht nicht so viel zu tun hat, die aber halt nun mal in den kasseler Alltag gehören. Außerdem freu ich mich auf meine Wohnung, auf den Alltag, auf das Zeug, das ich normalerweise so tu. Andererseits gibt es auch hier Dinge, die ich einmal wieder zu Hause schrecklich vermissen werde, sei es das mexikanische Essen, das Wetter (das momentan zugegeben nicht so vermissenswert ist), die freundliche Offenheit der Menschen oder einfach ein paar Menschen hier, die mir in den mittlerweile 5 Monaten doch sehr ans Herz gewachsen sind. Die Aussicht, dass ich einen Großteil wahrscheinlich in meinem Leben nicht mehr wiedersehen werde, stimmt mich schon traurig :( Aber genug davon, noch hab ich 6 Wochen und das ist fast die Zeit, die ich im ganzen in China verbracht hab, also noch kein Grund, Abschlussbericht zu ziehen. Also, was ist so passiert?
Im Moment ist Donnerstag, der 18. September (noch 2 Tage bis zu meinem 26. Geburtstag am Samstag), ca. 12.45 Uhr und ich sitze in meinem Büro, blogge und ärgere mich, dass mal wieder nichts so funktioniert, wie es soll. Endlich haben wir es geschafft, Sample herzustellen, die unseren Anforderungen genügen und für unsere Laserexperimente genutzt werden können. Diese Sample sollen vor dem Experiment mit SEM und RAMAN charakterisiert werden. Die SEM-Charakterisierung ist abgeschlossen, d.h. es fehlt noch RAMAN und ich kann endlich nach Queretaro um sie mit Laserpulsen zu beballern. Letzten Mittwoch wollte ich nun endlich die Raman-Spektroskopie machen, aber es war eine spontane Session und daher hatte ich mein Formular noch nicht unterschrieben. Normalerweise ist das kein Problem, aber just letzte Woche hatte Grisel beschlossen, dass das ja so nicht weitergehen könne und daher keine Session ohne komplett unterschriebenen Antrag. Nun waren aber die Leute, die den Antrag unterschreiben sollten nicht da und kamen auch den Rest des Tages nicht, was dann natürlich darauf hinauslief, dass ich Mittwoch nichts machen konnte. Freitag abend hatte ich dann Besprechung mit Mauricio, wo ich eigentlich auch die Spektren hätte zeigen wollen. Naja, dafür hatte ich dann die Woche genug Zeit um eine andere Auswertung fertig zu machen, die ich zeigen konnte. Allerdings sind die Ergebnisse nicht so schön, wie ich sie mir gewünscht hatte. Naja, so ist's eben in der Wissenschaft. Jedenfalls war danach klar: Die SEM-Bilder sind gut genug, wir warten auf Raman und dann geht's los mit den Lasern. Also hab ich mir einen Termin besorgt für diesen Mittwoch (Montag und Dienstag war frei und ich war das laaaange Wochenende in DF). Mittwoch war mein Formular dann allerdings immer noch nicht fertig, aber Grisel hat dann mal ein Auge zugedrückt und gesagt, dass sei okay, sei ja nicht meine Schuld. Allerdings aligned war der Laser noch nicht. Sie hat mir dann gezeigt, wie das zu machen sei und ich hab mich an die Arbeit gemacht. Eigentlich nicht schwierig: health check und dann das tun, was es sagt, was meist bedeuted, dass man ein komplettes alignment ausführt (3 Schritte, 1 min, 1 min, 5 min), danach ein quick calibration und danach wieder ein health check um zu sehen, ob es sich immer noch beschwert. Das ganze für beide Laserlinien (514 nm und 633 nm). Falls es sich noch beschwert, macht man das ganze halt nochmal. Eigentlich sollte es nicht mehr als 1, maximal zwei Zyklen benötigen pro Laserlinie. Wenn man mit dem 514 nm Probs hat, kann man erst den 633 nm machen, danach geht der 514 nm meist einfacher. Aber diesen Tag hat es einfach nicht funktioniert. Irgendwann hatte ich dann den 633-er soweit, aber der 514 wollte einfach nicht. Irgendwann war es dann halb zwei und da ich abends um 19.15 Uhr Spanischkurs hatte, hab ich beschlossen, lieber heute wiederzukommen und dann den ganzen Tag zu arbeiten ohne Zeitdruck und bis ich fertig bin. Heute hatte noch jemand anders vor mir Session und ich dachte: Oh fein, dann kann sich jd. anders mit dem alignment rumärgern und ich kann dann um 12 Uhr gleich anfangen. Mhm, Pustekuchen. Um 11.30 Uhr bin ich hoch gegangen um die Person daran zu erinnern, bitte das System nicht auszuschalten, aber sie war schon weg. Grisel teilte mir dann mit, dass das ganze System nicht funktioniere, die Laser ließen sich nicht alignen. Also schon wieder keine Session. Grmpf, und ich hab wirklich nicht mehr viel Zeit, das schaff ich doch nie, mein Projekt noch fertig zu machen. Eine weitere schlechte Nachricht: In der Besprechung letzten Freitag hatte ich Mauricio gefragt, wie denn das jetzt mit der Unterweisung in High Resolution Microscopy in den Staaten sei und er meinte, dass die Mikroskope momentan abgeschaltet und auseinandergebaut seien und das ganze bis November. Also wird's auch damit nichts. *schnöff* Aber wenigstens eine gute Nachricht gibt's: Pepe, mein Betreuer wollte eigentlich am Wochenden nach Hause fahren und von dort aus direkt nach Spanien, aber irgendwie hat er sich beschlossen, doch noch ein paar Tage länger hier am Institut zu bleiben, was gestern eine durchaus freudige Überaschung war. Soviel erstmal zum Stand meiner Arbeit.
So, gerade kam ein Anruf von Grisel, dass ich zumindest die 633 nm benutzen könne, also werd ich mich jetzt mal los machen um das Blitzgerät zu suchen und vor allem Batterien und dann Richtung Raman und mal gucken was so geht. Wenn ich nachher nochmal Zeit hab, erzähl ich noch ein bisschen mehr. Bis dahin, adios
Jessi

Mittwoch, 27. August 2008

Mhm.. langweilig

Hallo ihrs,
es ist fast 22 Uhr und ich sitze in meinem Büro, höre Silbermond und warte auf Samuel, der (hoffentlich bald) aus der Stadt wiederkommt. Er hatte heute seine erste Französisch-Stunde von 19 Uhr bis 21 Uhr. Ich konnte leider nicht zum Spanisch gehen, da ich um 19 Uhr eine Besprechung mit Mauricio hatte. Das war so einigermaßen: So ganz zufrieden ist er mit den Ergebnissen noch nicht, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich hab noch einiges zu tun, aber es scheint, dass ich in ca. 2 Wochen für einen Tag nach Queretaro fahren werde um dort endlich Laserexperimente zu machen. Ensenada ist zu weit für den ersten Versuch. Danach geht's dann wieder ans Charakterisieren.
Eben hatten wir Popcorn im Büro. Irgendwie waren plötzlich jede Menge der Studenten hier und Luisa hat Popcorn gemacht und als ihr Popcorn alle war, hab ich noch 'ne Tüte gemacht, die noch von Jos Besuch in meinem Schreibtisch war. Und dann hat Maria noch 'n 1-Kilo-Pack Wiener Würstchen ausgepackt und hat Würstchen angeboten. Den Pack fand ich so lustig, dass ich immer wenn ich die Frage 'Quieres una salchicha?' hörte, lachen musste. Und dann natürlich auch, wenn ich nur das Wort Salchicha hörte. Und jetzt bin ich in meinem Büro dafür bekannt, dass ich immer lachen muss, wenn ich Würstchen höre. Na super!


Heute hab ich endlich das gesehen, von dem Jaime mir erzählt, seit ich hier bin: Hier in der Nähe ist eine Zink-Miene und da glüht es manchmal und das sieht wohl nachts faszinierend aus. Und ich hatte nicht so richtig Ahnung, von was er eigentlich spricht. Aber heute auf dem Weg von der Stadt Richtung Institut (wir hatten Familienessen und danach waren wir Geld tausche und sind dann mit dem Taxi zurück) konnte man es dann doch sehen: Da wird eine glühende Masse den Berg runtergeschüttet. Jaime hat Recht, es sieht faszinierend aus, selbst bei Tag.


Allerdings ist es weniger faszinierend, sondern mehr erschütternd. Samuel erzählte dann nämlich, dass es sich bei dieser glühenden Masse um die Chemie-Abfälle der Miene handelt, inklusive einer guten Ladung Schwermetalle, die dann dort schön permanent das Grundwasser vergiften. Und da die Miene großen Einfluss hat, tut niemand was dagegen. Und die Politik der Mienenfirma: Was kümmern uns die Leute, die hier in der Nähe wohnen, wir waren zuerst hier. Krass, oder?
Okay, Samuel ist mittlerweile hier, ich mach jetzt mal Schluss. Einige aus meinem Büro sind auf der Feria, vielleicht gehen wir noch hin. Aber wirklich dran glauben tu ich nicht, morgen hab ich den ganzen Tag Raman und eigentlich bin ich jetzt schon müde.
Gute Nacht, Jessi

Dienstag, 26. August 2008

Wir haben Grund zum Feiern !!!

Hallo, hallo,
seit eben habe ich ein neues Haus- bzw. Bürotier. Einen Mutantenbug. Der gehörte vorher Jorge und ich bin immer in sein Büro um ihn ein bisschen zu quälen. Also, in Jorges Büro um den Käfer zu quälen, nicht in des Käfers Büro um Jorge zu quälen.



Aber von Anfang:
soeben hab ich eine Nachricht von Eeuwe, meinem Betreuer in Kassel bekommen. Wir hatten ein Paper bei PRL eingereicht. Eeuwe Erst-, ich Zweit-, Martin Drittautor. Und vor ca. 2 Wochen haben wir es zurückbekommen mit 2 Refereekommentaren. Einige Anmerkungen und Verbesserungswünsche aber größtenteils gute Kritik. Also verbessert, wieder eingereicht und gewartet. Und ich war die ganze Zeit nervös. Heute Mittag kam eine Nachricht von Martin: Wir warten auf die Editormitteilung, sie kommt bald. Und noch nervöser...
Und eben kam die Nachricht von Eeuwe: Akzeptiert! Das heißt, ich hab meine erste Veröffentlichung und und das ist das geilste überhaupt: es ist ein PRL! Okay, Zweitautor, aber immerhin Zweitautor von 3. GEIL, GEIL, GEIL.
So, und morgen gibt's Kuchen. Jetzt gibt's nämlich erstmal Carne asada, da Lalo eben seinen Masterabschlussvortrag bestanden hat. Ich hab auch ganz schön Hunger.


Ach ja: Jorge hat mir zum Gratulieren seinen Mutantenkäfer geschenkt. Eigentlich sollte ich ihn bekommen, wenn ich nach Hause fahre, aber er meinte, das sei eine gute Gelegenheit.

Also: die glücklichsten Grüße,
Jessi

Twitter

Und mal wieder ein neues Add, so langsam bekomm ich Spaß daran (Ich sehe meinen Nerd-Faktor schon ins Unendliche steigen): Ihr findet es rechts an der Seite und es trägt den schönen Titel: What I am doing?
Wäre cool, wenn ich euch demnächst dort sähe.
Liebe Grüße, eure nnonna

Freitag, 22. August 2008

Wetter

Heah,
habt ihr übrigens schon mein neuestes Add gesehen? Eine Wettervorhersage für San Luis Potosi. Ist das nicht chido? :) Nur am Aussehen muss ich noch etwas arbeiten.

Ein Wochenende im Kreise der Lieben

Hallo schon wieder,

diesmal erzähl ich ein bisschen von unserem letzten Wochenende, das ganz im Zeichen der Familie stand. Am Samstag hat Odel, Davids Mama ihren Lebensgefährten Enrique geheiratet und am Sonntag wurde Carlita, die Tochter von Carla und Manolo und damit Davids Nichte und Odels und Teres Enkelin getauft. Und die Feiern danach fanden jeweils in unserem Garten statt.

Am Samstag, nachdem wir augeschlafen hatten (also so gegen Mittag) sind Samuel und ich aufgestanden und haben gefrühstückt. Und dann sind wir ein bisschen rausgegangen. Allerdings hab ich par tous keine Ahnung mehr, was wir gemacht haben. Überleg, überleg... nee, wirklich nicht. Da muss ich Samuel gleich nochmal fragen, ob er sich noch erinnern kann. Ach doch, jetzt weiß ich’s wieder. Wir wollten eigentlich zum Centro de Idiomas, hatten dafür aber nicht genügend Zeit, sind dann in Caranza aus dem Bus gestiegen und sind beim ‚Brotgarten’ vorbeigegangen (und haben auf dem Weg dorthin ein hübsches Haus gefunden).


Das Haus an sich ist nicht sonderlich spektakulär, aber ich mag die Ranken.


Dort haben wir festgestellt, dass es nicht viele deutschen Kuchen gibt (allerdings ein paar, z.B. Russischen Zupfkuchen) und dass das deutsche Brot ausverkauft war. Allerdings hatten sie superleckeren Arroz con Leche (Milchreis) und ein leckeres Dessert (das, das es auch beim Polverin gibt, dessen Namen ich allerdings schon wieder vergessen hab). Außerdem haben wir erfahren, dass es frisches Brot immer Montags, Mittwochs und Freitags gibt. Und danach waren wir in Sallys Beauty Supply (endlich hab ich das richtige Zeug zum Fingernägel lackieren gefunden (sry Leute für solche Trivialitäten, aber wie irgendwo mal gesagt, das hier ist halt auch sowas wie Tagebuchersatz ;) ) und im HEB um endlich Shampoo für Samuel zu kaufen und ein bisschen Nahrung. Nachdem wir also unseren Nachmittag mit Trivialitäten verbracht hatten, sind wir um 16.30 Uhr zurückgekehrt um uns fertig zu machen für die Hochzeit, die um 18 Uhr sein sollte. Um 17.15 Uhr war Tere, mit der zusammen wir hinfahren wollten (wir hatten ja keine Ahnung, wo die Zeremonie stattfinden sollte) immer noch nicht da. Um ca. 17.30 Uhr oder etwas später rief sie bdann an, und teilte uns mit, sie sei noch beim Haare machen, wir sollten bitte ihrem Lebensgefährten mitteilen, dass er doch bitte auf sie warte, sie bräuchte noch etwas. Und uns teilte sie mit, dass sie/wir zu spät kämen, daher könnten wir auch schon mit jd. anderem fahren, wenn wir wollten (natürlich war keiner da). Irgendwann war dann aber auch sie fertig und wir konnten los. Nachdem wir dann endlich die Kapelle gefunden hatte, waren wir ca. eine halbe Stunde zu spät. Aber der Rest der Trauung war sehr schön. Nicht so lang wie üblicherweise die Gottesdienste in Deutschland und mit richtig schöner Musik, aber das hatte ich ja schon mal erwähnt.



Danach haben alle ein bisschen vor der Kirche geschnuddelt und dann ging es ab zu uns. Samuel und ich sind mit Pacos Freundin gefahren. In unserem Garten war dann die standesamtliche Trauung und dann gab es Festivitäten.


Samuel und ich zu... sagen wir mal schon reichlich vorgerückter Stunde :)


Es war ein Pavillon aufgebaut und darunter standen runde Tische und es gab kalte Platten mit Brot, Käse und Obst. Und Getränke. Und so haben wir dann den Abend verbracht. War eigentlich recht nett. Zu vorgerückter Stunde hat sich dann der Rest der Leute zum Singen zusammengesetzt, aber das war der Zeitpunkt, zu dem Samuel und ich ins Bett gegangen sind. Wir waren aber auch müde. Ich bin mal auf meine analogen Fotos gespannt, einige dürften ganz gut geworden sein. Auf der Party hat mich ein Mädel angesprochen, ich sei doch die vom Oxxo neulich. Und ja, tatsächlich: Wir hatten uns neulich im Oxxo getroffen und sie hatte mir geholften indem sie meinte, Avocado sei aguacate in spanisch, nicht avocado. Peinlich, peinlich, eigentlich weiß ich das ja. Jedenfalls fragte sie mich dann, wer mich denn eingeladen hätte. Ihr Gesichtsausdruck, als ich ihr sagte, ich wohnte hier, war schon bemerkenswert J . Und Paco hat mir versprochen, dass ich zwei seiner Schildkröten (die kleinen) mitsamt Aquarium haben könne, wenn ich verspräche, ihnen eine gute Mama zu sein. Da bin ich ja mal gespannt, ob das was wird.

Am Sonntag war dann Tag der Taufe. Und natürlich waren wir mal wieder zu spät. Wir haben auf Tere gewartet, die zu spät war und dann ist sie tatsächlich ohne uns gefahren. Wir sind dann mit Maria-Jose und als wir ankamen, war die Kirche schon wieder leer. Die Zeremonie hatte pünktlich angefangen und dann ca. 20 Minuten gedauert. Und dann gab es wieder Party in unserem Garten. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg und es gab Tacos mit jede Menge Füllungen in Buffetform.


Die Festivitäten zum Anlass von Carlitas Taufe


Und mir ist mit furchtbarem Schrecken klar geworden, dass mich jede Menge Leute kennen, auch mit Namen, von denen ich nicht den blassesten Schimmer hab, wer sie sind oder die ich zwar kenne, von denen ich allerdings nicht weiß, wie ich sie einzuordnen hab. Ohje... Das ist das gleiche mit den Leuten in meinem Büro: Von vielen hab ich keine Ahnung, wie sie heißen. Samuel hat schon den Auftrag bekommen, das mal herauszufinden. Mal schauen, ob es klappt.


Jessi mit Carlita auf der Tauffeier: Steht mir auch, oder?


Nachdem wir dann den Nachmittag auf der Feier verbracht hatten, haben wir beschlossen, wir müssten jetzt nochmal was machen und sind zur Feria gefahren. Maria-Jose und Manolo meinten zwar, das sei viel zu voll dort und man müsste Sonntags ewig am Eingang warten, aber das wollten wir dann doch mal riskieren. Und tatsächlich haben wir auch nicht viel gewartet. Das war auch gut so, denn auf dem Weg zur Feria begann es zu regnen und als wir am Eingang waren, hatte es dies relativ stark getan. Auf der Feria gab es ein 4D-Kino. Sehr schön war dann die Ankündigung: MIT REGEN ! Als ob es davon nicht draußen schon genug gegeben hätte. Aber dann macht es wenigstens keinen Unterschied. Also haben wir und das 4D-Kino über die Azteken-Götter angeschaut. Erst drinnen ist mir dann klar geworden, dass es (natürlich) auf spanisch war. Das wäre vielleicht noch gar nicht mal so schlimm gewesen, wenn nicht a) die Akustik so schlecht gewesen wäre und b) die Macher des Films versucht hätten, die Sprache der Azteken nachzuempfinden, was es für Samuel gewöhnungsbedürftig und für mich schlichtweg komplett unverständlich gemacht hat. Ich hab dann die Zeit genutzt, ein bisschen vor mich hinzudösen.

Außerdem gab es eine BMX-Show, in denen die Menschen auf ihren Rädern über Rampen gesprungen sind. Der Höhepunkt der Show war, als einige Zuschauer auf die Rampe gesetzt wurden, so dass die Fahrer über sie drüber springen mussten. Und am absoluten Höhepunkt hat dies einer der Fahrer mit einem Salto getan. Nicht schlecht, Herr Specht.


Der Höhepunkt der Show: Ein Fahrer springt mit Salto über die Menschen, die oberhalb der Rampe sitzen.


Nächste Station war dann das Zelt mit den Artesanias aus SLP und Umgebung. Artesanias, Kaffee, Schnuckewerk, Kuhbohnen, alles vertreten. Und immer ein guter Ort um Souvenirs zu kaufen. Eine Sache, die wir ganz niedlich fanden, waren Kakteenkerzen (also Kerzen in Kakteenform), die in Äste ‚eingepflanzt’ waren. Allerdings gab es nicht mehr so viele Modelle und es sollten demnächst (gestern, wenn man’s genau nimmt) neue reinkommen, daher wollen wir demnächst nochmal hin.

Außerdem gab es eine Tierausstellung. Aber um ehrlich zu sein, hat mich die ziemlich fertig gemacht. Sie stand zwar unter dem Zeichen ‚Schützt die Tiere, etc’, aber sie war so lieblos dahingeklatscht und die Tiere waren eingepfercht in viel zu kleinen Drahtkäfigen ohne irgendwas drumherum. Am Ausgang waren so eine Art Waschbären und einer war total zerzaust und ist wie verrückt in seinem Käfig auf- und abgelaufen. Das war so schrecklich, dass es einem wirklich die Tränen in die Augen treiben konnte. Die Ausstellung daneben von exotischen Tieren haben wir uns dann auch nicht mehr angeguckt. Besser war da schon die Tierausstellung der Bauernhöfe, die sich auf Schafe und Kühe beschränkte. Aber was für Brummer. Ich hab noch nie in meinem Leben solche Rinder gesehen. RIESIG und massig ohne Ende. Die größte hat bestimmt mal locker einige hundert Kilo gewogen. Meine Herren... Und Falten hatten sie auch J. Ich weiß gar nicht, ob es diese Rasse bei uns auch gibt. Apropos Kühe: Gerade fällt mir auf, dass ich meinem Opa noch ’ne Postkarte schreiben muss.


Samuel und die fette Kuh


Was haben wir denn noch gemacht? Wir haben gebummelt und haben uns in Pfeilwerfen, Entenangeln und Flaschenaufrichten versucht, waren jedoch in keinem davon sehr erfolgreich: Ich hab beim Pfeilwerfen immer genau einen daneben geworfen, von Samuel sprech ich lieber nicht. Beim Entenangeln hat er ein komisches Papierbrettspiel und ich ein Plastikbaseballset gewonnen und auch beim Flaschenaufrichten haben wir kläglich versagt. Aber lustig war’s. Dann waren wir auf dem Ramschmarkt und dort gab es doch tatsächlich mein heißersehntes Laserschwert. Allerdings war es von so schlechter Qualität, dass es gewackelt hat, also war dann doch nichts mit Laserschwert *schnöff*. Außerdem haben wir Malteadas getrunken und dann war ich so hundemüde, dass wir nach Hause gefahren sind.


Samuel versucht sich beim Pfeilwerfen


Allerdings konnten wir dann doch nicht wiederstehen, noch ’ne Runde The Big Bang Theory zu gucken (mittlerweile mein drittes Mal, bald kann ich die kompletten Dialoge mitsprechen – inklusive der physikalischen Fachdiskussionen ;) , so viel zum Thema Nerdfaktor) und letztendlich war es dann doch spät bis wir ins Bett gekommen sind.

Tja, soviel zu unserem Wochenende. Also nochmal viele Grüße,

Jessi