Montag, 23. Juni 2008

Die Zeit vergeht wie im Flug - Part I

Hallo,
mit Erschrecken stelle ich fest, dass es schon wieder über eine Woche her ist, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Eine Woche ist vergangen und wie immer ist viel passiert und ich weiß gar nicht so richtig, wo zu erzählen ich anfangen soll.
Zuerst das Allerwichtigste: Übermorgen (Mittwoch) kommt Johanna und ich freu mich riesig. Ihr Flieger landet um 18 Uhr in Mexiko-Stadt, wo ich sie abholen werde. Hoffentlich geht alles glatt. Bis jetzt sieht die Planung vor, dass ich Dienstag abend zu Pedros Geburtstagsfeier gehen werde und von dort aus direkt zum Busbahnhof in SLP, um dort um 1.30 Uhr den Bus nach Mexiko-Stadt zu nehmen. Der kommt zwischen 6 und 7 Uhr morgens an (hab die genaue Zeit vergessen). Das hat zwei Vorteile: Erstmal kann ich den Tag nutzen um ein bisschen Tourismus in Mexiko-Stadt zu betreiben und zweitens kann ich während der Nacht fahren und im Bus schlafen und muss mich nicht fünf Stunden tagsüber langweilen. Nachdem ich dann Johanna aufgelesen habe, gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder wir fahren direkt nach SLP oder, und das hoffe ich, wir starten gleich unsere erste Rundreise. Dafür muss ich morgen noch mit Pepe klären, ob ich den Rest der Woche frei haben kann. Wenn ja, böte es sich an, die Möglichkeit zu nutzen und am Donnerstag Mexiko-Stadt zu besichtigen. Außerdem liegt auf jeden Fall noch Queretaro auf dem Weg, von wo aus man hervorragend nach San Miguel de Allende reisen kann. Also, genug Möglichkeiten, den Rest der Woche damit zu verbringen, Städte anzugucken. Na, hoffen wir das Beste, morgen weiß ich Näheres.
Letztes Wochenende nach dem Fußballspiel waren Pedro und ich noch bei Jorge, Film gucken. So ca. bis um 5 Uhr morgens. Angefangen haben wir so gegen 12 (= 0) Uhr mit ... weiß der Himmel wie der Film hieß. Es ging um einen mehr oder weniger jungen Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und nun mehr oder weniger seine Pubertät neu durchlebt. Die Beschreibung klang ganz interessant, aber letztendlich ging es doch hauptsächlich um Sex. Na super. Aber Jorges Matraze war schön weich und das Kissen und die Decke gemütlich und ich habe sehr gut geschlafen :). Danach haben wir noch ein bisschen gezappt und sind auf "Das wilde Leben" gestoßen. Mit spanischen Untertiteln. Und danach Musikvideos. Aber das war schon nach dem Zeitpunkt, zu dem Jorge die zweite Matraze geholt hatte und wir alle gemütlich darum gelungert haben und Pedro und ich einfach zu faul waren um aufzustehen und zu gehen. Um 5 Uhr morgens hat Jorge uns dann angeboten, wir könnten auch bei ihm schlafen, aber das musste dann doch nicht sein. Alles in allem: Ein sehr fauler, gemütlicher Abend, der mich unheimlich an meine Teenagerzeit erinnert hat. Herrlich! :)
Sonntag waren Jaime, Pedro, Clara, Sarah und ich bei Napoleon und der Mutter seines Sohnes zum Sushi-Essen (haben Clara und Sarah gemacht und mitgebracht) und Fußball gucken. Torte gab es auch (Tere sollte am Dienstag darauf Geburtstag haben und sie und ihr Lebensgefährte haben vorgefeiert und eine halbe Erdbeertorte hinterlassen, yummy). Und danach haben Pedro und ich noch ein bisschen in meinem Garten gelungert. Checkt mal die Bilder, dort gibt es ein Foto von ihm auf der Bank schlafend mit seiner Gitarre im Arm (Er würde mich umbringen, wenn er wüsste, dass ich das Bild ins Netz stelle ;) ). Also ein sehr fauler Sonntag (mal abgesehen von der Arbeit, die es uns gekostet hat, das Haus zu finden, dass angeblich in der gleichen Straße ist wie das "Pollo loco", nur dass es gar kein "Pollo loco" gab!).
Die Woche war soweit mehr oder weniger okay, ich werde meiner Arbeit später noch einen Post widmen und dort ein bisschen erzählen. Eigentlich wäre Dienstag die erste Tanzkurs-Stunde gewesen. Allerdings hatte Jaime mir am Sonntag eröffnet, dass er doch keine Zeit habe (das sagt er mir Sonntag, nachdem ich ihn konkret darauf angesprochen habe, der Blödmann!), Clara antwortete Dienstag auf die SMS, ob sie komme mit einem kurzen "No", Jaime und Pily wollten gehen, tauchten dann aber doch nicht auf und letztenendes blieben nur Pedro und ich. (Sosa meinte, da er es nicht rechtzeitig schaffen würde, sollte ich doch mit Pedro gehen, was ein Chaos). Pedro und ich sind dann ins El Dorado und haben Frappucchino gegessen/-trunken (bzw ich habe, aber dass will ich hier nicht weiter kommentieren, sonst reg ich mich bloß wieder auf) und sind dann noch ein bisschen durch die Gegend gelatscht. Von diesem Abend resultiert auch Pedros Running-Gag "Oh, I am not afraid of nothing, I am a strong girl, I am from Kassel", irgendwann erschlag ich ihn nochmal.
Mittwoch hatte Manuel (ein Student hier) sein Abschlussexamen des Master und danach gab es eine Party. Jipieh. Sosa war da und Pedro und Jorge und ich. Mal wieder die Gelegenheit, Jorge in voller Aktion zu erleben. Ein Womenizer, wie er im Buche steht. Den Mann muss man einfach gesehen haben. Es gab mehr oder weniger ein Tischende, wo sich die ganzen Frauen versammelt hatte (ich ausgeschlossen). Wir kommen dort an und innerhalb von geschätzten 5 (!!!) Minuten sitzt Jorge mittendrin und amüsiert sich prächtig. Es ist einfach nur cool! Aber der Mann hat sein Handwerk schon gelernt, dass muss man ihm lassen ;). Nachdem dann der Pulk Frauen gegangen war, hat er sich aufs Sofa gelegt und geschlafen (siehe Foto). Sosa, Jorge, Pedro und ich sind dann so bis ca. 4 Uhr geblieben und ich bin nochmal kurz ans IPICyT, um den Sonicator wieder anzuschalten und dann auch ins Bett. Aber seit Donnerstag morgen weiß ich auch wieder, warum ich kein Bier trinke. Mir war ja soooo schlecht. Nicht, dass ich viel getrunken hätte, über die Zeit verteilt waren es drei Bier und ein bisschen Tequila (Manuels Papa hatte Tequila, der war sooo gut, das glaubt man nicht, der hatte richtig Geschmack, yummi), aber ich vertrage einfach kein Bier (genauso wenig wie Wein), ich bekomme davon einfach immer furchtbar Bauchschmerzen. Nach 2 Stunden Schlaf bin ich dann aber tatsächlich hundemüde und mit bösen Bauchschmerzen wieder ans Institut um mich weiter um meine muestras zu kümmern. Wie Carstens Papa immer gesagt hat: Wer abends feiern kann, kann morgens auch arbeiten. Aber gut ging's mir nicht. Jorges Kommentar: Du hattest einen ganz schönen Hangover, das hat man gesehen :). Pedro wurde auch erst so gegen Mittag wieder am Institut gesehen und von Sosa weiß ich es nicht. Jorge sah ganz frisch aus, aber der hatte ja auch schon auf der Party vorgeschlafen.


Bemerkenswert an der Party bzw. an den Partys hier generell ist: Hier singen und musizieren die Leute. Hier gibt es tatsächlich Männer (!), die singen, auch wenn sie es nicht können und auch ohne, dass sie so betrunken sind, dass man sie eigentlich nicht mehr singen hören mag. Mittwoch hatten wir zwei Gitarren und die machten immer die Runde zwischen Sosa, Pedro, Rodrigo (ein Grundschulfreund von Manuel) und noch ein oder zwei anderen Kerls und der Rest hat gesungen. Grandios! Richtig cool! So sollte das bei uns auch sein!
Mhm, was ist sonst noch passiert? Ich versuch mich gerade verzweifelt daran zu erinnern, was ich Freitag abend gemacht habe... Irgendwas bestimmt... Oh je... Ich war nicht beim Sport (faule Woche) und auch nicht im El Dorado (da war im Montag abend um eine Jeans zu kaufen, hab aber keine gefunden, eine gab's, die mir vom Schnitt gefallen hätte, aber natürlich war sie zu kurz, wir sind ja in Mexiko!). Ach ja, natürlich, wie konnte ich das vergessen: Freitag war ja Lalos großer Tag.
Lalo hatte Freitag seine Defense. Um 11 Uhr morgens. Bis ca. 13.45 Uhr. Und danach gab es einen kleinen Snack wie üblich und danach eine Party, eine Grillparty, um es genau zu nehmen. Und die fand in meinem Garten statt. Und es war super! Ach, ihr kennt ja meinen Garten noch gar nicht. Es ist wie geschaffen für eine Grillparty: wie haben einen Teil, der gefliest ist, einen Teil mit Steinboden und einer Art Laube darüber (wunderschön lauschig) und ein Stück Rasen. Und eine kleine Hütte, in der ein Spieltisch steht mit einem kleinen Räumchen für eine Toilette und Stromanschluss für die Stereoanlage.


Lalo hatte 5 Tische und 40 Stühle bestellt und wir hatten Emilios Grill und Bälle zum Fußball spielen.


Und es waren jede Menge Leute da: natürlich Lalo, seine Freundin Vianney und seine Kusine, seine Mutter, sein Bruder und wahrscheinlich noch mehr Familienmitglieder, sein außerinstitutlicher Betreuer und zukünftiger Chef aus den Staaten, Umberto mit Frau und Sohn, Florentino, Emilio, Ferdinando, Gaby, Hugo, Ferdinando und ... wie heißt sie denn? eine weitere von den Technikerinnen, Pepe, Jessica, Peter und Daniel (2 der 3 Gringos), Jaime, Pily, Jorge, Pedro (akward, but so what), Lalo mit seiner Freundin Blanca und noch jede Menge mehr.


Halt so ein richtiges Grillfest (mein erstes dieses Jahr, por fin *strahl*). Die letzten Gäste waren u.a. Pepe und, suprise, suprise, Humberto. Humberto hat sich auf deutsch von mir verabschiedet. Cool.



Diesen Abend hab ich Lalo das erste Mal fuer längere Zeit Englisch sprechen gehört. Es hat tatsächlich einige Zeit gedauert, bis mir aufgefallen ist, was an dieser Situation mir so merkwürdig vorkommt. Normalerweise spricht er so gut wir nur Spanisch, aber an dem Abend stand Peter dabei und Peter spricht nunmal kein Spanisch. Auch Hugo hat Englisch gesprochen, das erste Mal überhaupt, seit ich ihn kenne. Ich dachte immer, er spricht gar keine Englisch. Zumindest das Wort "fluffy" kannte er nicht. Unvergesslich als er, nachdem wir Napoleon als Beispiel für fluffy genommen hatte, anfing seine Haare hinter den Ohren zu kraulen, dies ebenfalls mit fluffy kommentierte und allen seinen Kopf hinhielt um das zu bestätigen. Das war schon zu fortgeschrittener Stunde und nach einigen Bieren. Ich muss dringend noch Jorge nach den Bildern fragen, die er gemacht hat, ich hab nicht allzu viele digitale. Er hat eins von der Goblin-Familie. Pily kommentierte mein grünes Kleid damit, dass ich aussähe, wie ein Goblin. Nun traf es sich aber, dass sowohl Jaime als auch Ferninando Shirts in ziemlich ähnlicher Farbe trugen. Nun existiert also ein Foto der Goblin-Familie.


Was gibt es noch von der Party zu erzählen? Alle waren hin und weg, wie wunderschön doch das Haus sei. Joah, kann ich verstehen, ging mir nicht anders :). Nachdem Peter sich lang genug darüber ausgelassen hatte, wie toll es doch hier sei und wie auf den Keks es ihm ginge, ein Hotelzimmer mit Tom (dem dritten Gringo) zu teilen, der nie auch nur irgendwas unternehmen wolle, sondern nur den ganzen Tag in Unterhose auf dem Bett läge (dazu muss man sagen, dass man Tom auf den ersten Blick ansieht, dass er aus den Staaten kommt. er entspricht einfach völlig dem Klischee des hellhäutigen, übergewichtigen, teilnahmslosen US-Bürger, der den ganzen Tag in Jogginghose herumläuft oder eben in Unterhosen auf dem Bett liegt), nachdem Peter sich also lange genug darüber ausgelassen hatte, habe ich ihm angeboten, Tere nach dem zweiten Zimmer zu fragen, von dem ich ja weiß, dass sie es vermieten will. Allerdings hat sie mir heute nach Rücksprache mit ihren Kindern mitgeteilt, dass sie lieber keinen Mann im Haus wolle, da sie ja auch mit Maria-Jose alleine sei und ja auch sonst kein Mann da sei. Nun ja, was soll man dazu sagen... Schade halt, mit Peter wäre bestimmt lustig geworden.


Soviel zu der Party und den Gegebenheiten. Jetzt müsste ich ja eigentlich noch über den Rest des Wochenendes und meine Arbeit berichten, aber mittlerweile hab ich genug geschrieben und keine Lust mehr.
Also bis demnächst,
Jessi

1 Kommentar:

  1. so viel text (klingt sehr kurzweilig und gut) und ich habe so wenig bezug (keine Ahnung wie du dich fühlst) "genieße den Augenblick" mehr kann ich auch nicht tun.
    Gruß michael-rosskamp.de

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