Montag, 8. Dezember 2008

Lustig, lustig, trallallalla, bald ist Nikolausabend da, bald ist Nikolausabend da!

Hallo und frohen Nikolaustag,
heute ist tatsächlich schon der 6. Dezember und ich fühle mich leicht merkwürdig, nicht wirklich als stände Weihnachten schon fast vor der Tür. Es fehlen die üblichen Traditionen beziehungsweise sie fühlen sich fehl am Platz. Traditionen außerhalb der Orte, an denen sie existieren sind halt einfach keine Traditionen, sondern merkwürdige Spinnereien. So wie Nikolaustag. Aber manchmal passieren auch Dinge, die ein bisschen Licht ins Dunkel der nichtvorhandenen Weihnachststimmung bringen. Momentan sitze ich im Starbucks in der Carranza auf dem Balkon/der Terrasse und arbeite. Davon bleibt man leider auch am Nikolaustag nicht verschont. Momentan bin ich mitten im Thesisschreiben und hänge leider hinterher. Eigentlich wollte ich die erste Version des Teils, den ich mit Martin und Eeuwe zusammen gemacht hab, bis Ende nächster Woche fertig haben, aber momentan befürchte ich, dass das nichts wird. Aber wenigstens bin ich nicht viel im Verzug *klopfaufHolz*. Gestern hat es erstmal meine Festplatte zerlegt, ich hätte fast 'nen Umschmiss bekommen. Meine Thesis ist momentan gespeichert auf der Datenpartition, die sich in der letzten Zeit immer mehr dem Zustand "voll" näherte. Jetzt war ich gestern also mehr oder weniger fleißig am Schreiben, als mir mein Linux Texteditor Kate meldete, dass er nicht speichern könne, die Datei sei nur zum lesen geöffnet. Zuerst dachte ich, die Platte sei einfach voll. Hab also nach Windows gewechselt (unter Linux hatte ich ja keine Schreibrechte) und hab erstmal 1,5 Gb Platz geschaffen. Aber das Problem blieb. Danach dachte ich, es sei ein Problem der Zugriffsrechte (Rechtemanagement unter Linux). Ein Überprüfen dessen ergab jedoch, dass alle Rechte gesetzt waren. Allerdings ließ sich auf die ganze Platte nur mit Leserechten zugreifen. Wir haben die Platte dann aus- und wieder eingehängt und den Rechner neugestartet. Alles funktionierte wieder. Für 15 Minuten. Dann das gleiche Problem. Viel schlimmer noch: Eine meiner Tex-Dateien war hinüber (sie hatte sich in eine binäre Datei verwandelt, wie bekloppt ist das denn?) und einer zweiten fehlte das Ende. Ach ja: Diese Dateien beinhalten meine Thesis und ich hatte schon ein paar Tage keine Sicherungskopie mehr gemacht. Naja, ich könnte jetzt noch ein Weilchen darüber schreiben, aber letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass sich die eine als Backup-Datei erhalten hat und die neueste Version der anderen sich in einem Ordner "found" wiedergefunden hat. God bless Linux :).
Aber eigentlich wollte ich ja über Weihnachtsstimmung schreiben. Wie gesagt: Heute ist Nikolaustag und wie jedes Jahr darf natürlich die Nikolausmütze nicht fehlen. Und da Samstag ist, hab ich mich heute mal wieder mit meiner Arbeit auf den Weg ins Starbucks gemacht, weihnachtlich ausgestattet mit Nikolausmütze auf dem Kopf. Und hab furchtbar geschwitzt, die Sonne hat sich nämlich nicht drum geschert, dass das Letzte, was eine Deutsche mit Nikolaustag in Verbindung bringt, 20 Grad Celsius im Schatten ist. Und ich kam mir auch reichlich merkwürdig vor, hier versteht ja keiner, warum ausgerechnet heute Tag für eine Nikolausmütze sein sollte. Aber die Mitarbeiter im Starbucks haben sich glaub ich trotzdem gefreut (oder zumindest amüsiert ;)). Und ein Rocher hab ich bekommen. Aber nicht von den Starbucksmitarbeitern, sondern von den beiden Unbekannten, die am Nachbartisch saßen und ebenfalls mit ihren Computern beschäftigt waren. Zwischendurch musste ich mal auf die Toilette und fragte die beiden, ob sie mal einen Moment auf meinen Rechner aufpassen könnten. Was mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar war: Die beiden waren auch Deutsche. Das ist mir erst klar geworden, als sie ihr Zeug eingepackt hatten und auf dem Weg nach draußen an meinem Tisch vorbeikamen. Und der junger Herr legte mir ein Rocher auf den Tisch und wünschte mir wortwörtlich "Frohe Weihnachten". Ist das nicht lieb?
Gerade ist unten auf der Carranza eine Coca-Cola Weihnachtsparade vorbeigezogen: mit ganz vielen Lichtern und Musik und Seifenblasen. Hier ein Photo:


Hübsch, aber trotz der Weihnachtdeko nur halb weihnachtlich. Schon eher weihnachtlich: die Weihnachtsdeko in der Querencia. Mit Weihnachtssternen auf jedem Tisch. Die in Kombination mit der Atmosphäre und dem Kerzenschein geben schon eher weihnachtliches Flair. Auch unser Institut ist teilweise geschmückt. Naja, teilweise geschmückt heißt, dass mein Kollege einen Weihnachtstern auf dem Schreibtisch stehen und unsere Sekretärin Weihnachtsdeko in ihrem Raum hat. Sehr weihnachtlich :) Auch einige von den Häusern in der Gegend sind geschmückt, man sieht einiges an Lichterkettern und unglaublich viele dieser aufblasbaren riesigen Weihnachtfiguren. Tagsüber, wenn es noch ziemlich warm ist, ergibt das für mich eine extrem merkwürdige Atmosphäre, aber nachts, wenn es etwas abgekühlt hat, ist es eigentlich sehr hübsch anzusehen. Die Tage bzw. Nächte mach ich mal Fotos von der Lichterdeko in unserer Straße.
Eben hat mich ein Herr hier angesprochen. Ob ich aus den Staaten käme? Nein, aus Deutschland. Ach ja. Und hat angefangen sich mit mir zu unterhalten. Und wollte meinen Namen wissen und was ich so mache. Er meinte, er würde halt so die Namen bzw. die Stories sammeln der Leute, die hier so Kaffee tränken. Das glaub ich ihm sogar, ich hab ihn nämlich letzte Woche schon hier gesehen und es schien mir, als hätte er den Kontakt zu den Leuten gesucht, die da waren. Aber er scheint ganz nett zu sein, macht halt ein bisschen Small Talk und geht dann wieder an seinen Tisch. Eben kam er rüber um mir eine Zigarette anzubieten. Als ich dankend ablehnte, fragte er, ob ich Wein trinke und ob ich Sport mache. Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen.
So, Pedro hat gerade geschrieben, dass er Kopfschmerzen hat und nicht mit will, um was zu essen. D.h. ich muss mir überlegen, was ich jetzt mache und was ich essen will. Eigentlich bin ich ja müde, aber wenn ich jetzt ohne Plan nach Hause gehe, gucke ich bloß wieder Desperate Housewifes. Furchtbar. Naja, zum Glück bin ich jetzt schon in der vierten und damit letzten Staffel, d.h. demnächst keine fernsehguckend um die Ohren geschlagenen Nächte mehr. Hm, vielleicht fang ich dann mit Grey's Anatomy an :)
So, ich bin weg, macht's gut, hoffe, bei euch ist es ein bisschen weihnachtlicher.
Liebe Grüße, Jessi

1 Kommentar:

  1. Hallo Jessica,

    ich finde Du solltest dringend den Titel des Blogs ändern: "Half a year in Mexico" ist ja wohl nicht mehr ganz richtig :-) wir hören ständig nur, dass Du verlängerst und verlängerst und verlängers...

    Wir hoffen Du hattest schöne Weihnachten und wünschen Dir und allen anderen jedenfalls einen guten und katerfreien Rutsch ins neue Jahr. Lass es weiter krachen!

    Liebe Grüsse!

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