Hallo ihrs,
es ist fast 22 Uhr und ich sitze in meinem Büro, höre Silbermond und warte auf Samuel, der (hoffentlich bald) aus der Stadt wiederkommt. Er hatte heute seine erste Französisch-Stunde von 19 Uhr bis 21 Uhr. Ich konnte leider nicht zum Spanisch gehen, da ich um 19 Uhr eine Besprechung mit Mauricio hatte. Das war so einigermaßen: So ganz zufrieden ist er mit den Ergebnissen noch nicht, aber wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich hab noch einiges zu tun, aber es scheint, dass ich in ca. 2 Wochen für einen Tag nach Queretaro fahren werde um dort endlich Laserexperimente zu machen. Ensenada ist zu weit für den ersten Versuch. Danach geht's dann wieder ans Charakterisieren.
Eben hatten wir Popcorn im Büro. Irgendwie waren plötzlich jede Menge der Studenten hier und Luisa hat Popcorn gemacht und als ihr Popcorn alle war, hab ich noch 'ne Tüte gemacht, die noch von Jos Besuch in meinem Schreibtisch war. Und dann hat Maria noch 'n 1-Kilo-Pack Wiener Würstchen ausgepackt und hat Würstchen angeboten. Den Pack fand ich so lustig, dass ich immer wenn ich die Frage 'Quieres una salchicha?' hörte, lachen musste. Und dann natürlich auch, wenn ich nur das Wort Salchicha hörte. Und jetzt bin ich in meinem Büro dafür bekannt, dass ich immer lachen muss, wenn ich Würstchen höre. Na super!
Heute hab ich endlich das gesehen, von dem Jaime mir erzählt, seit ich hier bin: Hier in der Nähe ist eine Zink-Miene und da glüht es manchmal und das sieht wohl nachts faszinierend aus. Und ich hatte nicht so richtig Ahnung, von was er eigentlich spricht. Aber heute auf dem Weg von der Stadt Richtung Institut (wir hatten Familienessen und danach waren wir Geld tausche und sind dann mit dem Taxi zurück) konnte man es dann doch sehen: Da wird eine glühende Masse den Berg runtergeschüttet. Jaime hat Recht, es sieht faszinierend aus, selbst bei Tag.
Allerdings ist es weniger faszinierend, sondern mehr erschütternd. Samuel erzählte dann nämlich, dass es sich bei dieser glühenden Masse um die Chemie-Abfälle der Miene handelt, inklusive einer guten Ladung Schwermetalle, die dann dort schön permanent das Grundwasser vergiften. Und da die Miene großen Einfluss hat, tut niemand was dagegen. Und die Politik der Mienenfirma: Was kümmern uns die Leute, die hier in der Nähe wohnen, wir waren zuerst hier. Krass, oder?
Okay, Samuel ist mittlerweile hier, ich mach jetzt mal Schluss. Einige aus meinem Büro sind auf der Feria, vielleicht gehen wir noch hin. Aber wirklich dran glauben tu ich nicht, morgen hab ich den ganzen Tag Raman und eigentlich bin ich jetzt schon müde.
Gute Nacht, Jessi
Mittwoch, 27. August 2008
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