diesmal erzähl ich ein bisschen von unserem letzten Wochenende, das ganz im Zeichen der Familie stand. Am Samstag hat Odel, Davids Mama ihren Lebensgefährten Enrique geheiratet und am Sonntag wurde Carlita, die Tochter von Carla und Manolo und damit Davids Nichte und Odels und Teres Enkelin getauft. Und die Feiern danach fanden jeweils in unserem Garten statt.
Am Samstag, nachdem wir augeschlafen hatten (also so gegen Mittag) sind Samuel und ich aufgestanden und haben gefrühstückt. Und dann sind wir ein bisschen rausgegangen. Allerdings hab ich par tous keine Ahnung mehr, was wir gemacht haben. Überleg, überleg... nee, wirklich nicht. Da muss ich Samuel gleich nochmal fragen, ob er sich noch erinnern kann. Ach doch, jetzt weiß ich’s wieder. Wir wollten eigentlich zum Centro de Idiomas, hatten dafür aber nicht genügend Zeit, sind dann in Caranza aus dem Bus gestiegen und sind beim ‚Brotgarten’ vorbeigegangen (und haben auf dem Weg dorthin ein hübsches Haus gefunden).
Das Haus an sich ist nicht sonderlich spektakulär, aber ich mag die Ranken.
Dort haben wir festgestellt, dass es nicht viele deutschen Kuchen gibt (allerdings ein paar, z.B. Russischen Zupfkuchen) und dass das deutsche Brot ausverkauft war. Allerdings hatten sie superleckeren Arroz con Leche (Milchreis) und ein leckeres Dessert (das, das es auch beim Polverin gibt, dessen Namen ich allerdings schon wieder vergessen hab). Außerdem haben wir erfahren, dass es frisches Brot immer Montags, Mittwochs und Freitags gibt. Und danach waren wir in Sallys Beauty Supply (endlich hab ich das richtige Zeug zum Fingernägel lackieren gefunden (sry Leute für solche Trivialitäten, aber wie irgendwo mal gesagt, das hier ist halt auch sowas wie Tagebuchersatz ;) ) und im HEB um endlich Shampoo für Samuel zu kaufen und ein bisschen Nahrung. Nachdem wir also unseren Nachmittag mit Trivialitäten verbracht hatten, sind wir um 16.30 Uhr zurückgekehrt um uns fertig zu machen für die Hochzeit, die um 18 Uhr sein sollte. Um 17.15 Uhr war Tere, mit der zusammen wir hinfahren wollten (wir hatten ja keine Ahnung, wo die Zeremonie stattfinden sollte) immer noch nicht da. Um ca. 17.30 Uhr oder etwas später rief sie bdann an, und teilte uns mit, sie sei noch beim Haare machen, wir sollten bitte ihrem Lebensgefährten mitteilen, dass er doch bitte auf sie warte, sie bräuchte noch etwas. Und uns teilte sie mit, dass sie/wir zu spät kämen, daher könnten wir auch schon mit jd. anderem fahren, wenn wir wollten (natürlich war keiner da). Irgendwann war dann aber auch sie fertig und wir konnten los. Nachdem wir dann endlich die Kapelle gefunden hatte, waren wir ca. eine halbe Stunde zu spät. Aber der Rest der Trauung war sehr schön. Nicht so lang wie üblicherweise die Gottesdienste in Deutschland und mit richtig schöner Musik, aber das hatte ich ja schon mal erwähnt.
Danach haben alle ein bisschen vor der Kirche geschnuddelt und dann ging es ab zu uns. Samuel und ich sind mit Pacos Freundin gefahren. In unserem Garten war dann die standesamtliche Trauung und dann gab es Festivitäten.
Samuel und ich zu... sagen wir mal schon reichlich vorgerückter Stunde :)
Es war ein Pavillon aufgebaut und darunter standen runde Tische und es gab kalte Platten mit Brot, Käse und Obst. Und Getränke. Und so haben wir dann den Abend verbracht. War eigentlich recht nett. Zu vorgerückter Stunde hat sich dann der Rest der Leute zum Singen zusammengesetzt, aber das war der Zeitpunkt, zu dem Samuel und ich ins Bett gegangen sind. Wir waren aber auch müde. Ich bin mal auf meine analogen Fotos gespannt, einige dürften ganz gut geworden sein. Auf der Party hat mich ein Mädel angesprochen, ich sei doch die vom Oxxo neulich. Und ja, tatsächlich: Wir hatten uns neulich im Oxxo getroffen und sie hatte mir geholften indem sie meinte, Avocado sei aguacate in spanisch, nicht avocado. Peinlich, peinlich, eigentlich weiß ich das ja. Jedenfalls fragte sie mich dann, wer mich denn eingeladen hätte. Ihr Gesichtsausdruck, als ich ihr sagte, ich wohnte hier, war schon bemerkenswert J . Und Paco hat mir versprochen, dass ich zwei seiner Schildkröten (die kleinen) mitsamt Aquarium haben könne, wenn ich verspräche, ihnen eine gute Mama zu sein. Da bin ich ja mal gespannt, ob das was wird.
Am Sonntag war dann Tag der Taufe. Und natürlich waren wir mal wieder zu spät. Wir haben auf Tere gewartet, die zu spät war und dann ist sie tatsächlich ohne uns gefahren. Wir sind dann mit Maria-Jose und als wir ankamen, war die Kirche schon wieder leer. Die Zeremonie hatte pünktlich angefangen und dann ca. 20 Minuten gedauert. Und dann gab es wieder Party in unserem Garten. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg und es gab Tacos mit jede Menge Füllungen in Buffetform.
Die Festivitäten zum Anlass von Carlitas Taufe
Und mir ist mit furchtbarem Schrecken klar geworden, dass mich jede Menge Leute kennen, auch mit Namen, von denen ich nicht den blassesten Schimmer hab, wer sie sind oder die ich zwar kenne, von denen ich allerdings nicht weiß, wie ich sie einzuordnen hab. Ohje... Das ist das gleiche mit den Leuten in meinem Büro: Von vielen hab ich keine Ahnung, wie sie heißen. Samuel hat schon den Auftrag bekommen, das mal herauszufinden. Mal schauen, ob es klappt.
Jessi mit Carlita auf der Tauffeier: Steht mir auch, oder?
Nachdem wir dann den Nachmittag auf der Feier verbracht hatten, haben wir beschlossen, wir müssten jetzt nochmal was machen und sind zur Feria gefahren. Maria-Jose und Manolo meinten zwar, das sei viel zu voll dort und man müsste Sonntags ewig am Eingang warten, aber das wollten wir dann doch mal riskieren. Und tatsächlich haben wir auch nicht viel gewartet. Das war auch gut so, denn auf dem Weg zur Feria begann es zu regnen und als wir am Eingang waren, hatte es dies relativ stark getan. Auf der Feria gab es ein 4D-Kino. Sehr schön war dann die Ankündigung: MIT REGEN ! Als ob es davon nicht draußen schon genug gegeben hätte. Aber dann macht es wenigstens keinen Unterschied. Also haben wir und das 4D-Kino über die Azteken-Götter angeschaut. Erst drinnen ist mir dann klar geworden, dass es (natürlich) auf spanisch war. Das wäre vielleicht noch gar nicht mal so schlimm gewesen, wenn nicht a) die Akustik so schlecht gewesen wäre und b) die Macher des Films versucht hätten, die Sprache der Azteken nachzuempfinden, was es für Samuel gewöhnungsbedürftig und für mich schlichtweg komplett unverständlich gemacht hat. Ich hab dann die Zeit genutzt, ein bisschen vor mich hinzudösen.
Außerdem gab es eine BMX-Show, in denen die Menschen auf ihren Rädern über Rampen gesprungen sind. Der Höhepunkt der Show war, als einige Zuschauer auf die Rampe gesetzt wurden, so dass die Fahrer über sie drüber springen mussten. Und am absoluten Höhepunkt hat dies einer der Fahrer mit einem Salto getan. Nicht schlecht, Herr Specht.
Nächste Station war dann das Zelt mit den Artesanias aus SLP und Umgebung. Artesanias, Kaffee, Schnuckewerk, Kuhbohnen, alles vertreten. Und immer ein guter Ort um Souvenirs zu kaufen. Eine Sache, die wir ganz niedlich fanden, waren Kakteenkerzen (also Kerzen in Kakteenform), die in Äste ‚eingepflanzt’ waren. Allerdings gab es nicht mehr so viele Modelle und es sollten demnächst (gestern, wenn man’s genau nimmt) neue reinkommen, daher wollen wir demnächst nochmal hin.
Außerdem gab es eine Tierausstellung. Aber um ehrlich zu sein, hat mich die ziemlich fertig gemacht. Sie stand zwar unter dem Zeichen ‚Schützt die Tiere, etc’, aber sie war so lieblos dahingeklatscht und die Tiere waren eingepfercht in viel zu kleinen Drahtkäfigen ohne irgendwas drumherum. Am Ausgang waren so eine Art Waschbären und einer war total zerzaust und ist wie verrückt in seinem Käfig auf- und abgelaufen. Das war so schrecklich, dass es einem wirklich die Tränen in die Augen treiben konnte. Die Ausstellung daneben von exotischen Tieren haben wir uns dann auch nicht mehr angeguckt. Besser war da schon die Tierausstellung der Bauernhöfe, die sich auf Schafe und Kühe beschränkte. Aber was für Brummer. Ich hab noch nie in meinem Leben solche Rinder gesehen. RIESIG und massig ohne Ende. Die größte hat bestimmt mal locker einige hundert Kilo gewogen. Meine Herren... Und Falten hatten sie auch J. Ich weiß gar nicht, ob es diese Rasse bei uns auch gibt. Apropos Kühe: Gerade fällt mir auf, dass ich meinem Opa noch ’ne Postkarte schreiben muss.
Was haben wir denn noch gemacht? Wir haben gebummelt und haben uns in Pfeilwerfen, Entenangeln und Flaschenaufrichten versucht, waren jedoch in keinem davon sehr erfolgreich: Ich hab beim Pfeilwerfen immer genau einen daneben geworfen, von Samuel sprech ich lieber nicht. Beim Entenangeln hat er ein komisches Papierbrettspiel und ich ein Plastikbaseballset gewonnen und auch beim Flaschenaufrichten haben wir kläglich versagt. Aber lustig war’s. Dann waren wir auf dem Ramschmarkt und dort gab es doch tatsächlich mein heißersehntes Laserschwert. Allerdings war es von so schlechter Qualität, dass es gewackelt hat, also war dann doch nichts mit Laserschwert *schnöff*. Außerdem haben wir Malteadas getrunken und dann war ich so hundemüde, dass wir nach Hause gefahren sind.
Samuel versucht sich beim Pfeilwerfen
Allerdings konnten wir dann doch nicht wiederstehen, noch ’ne Runde The Big Bang Theory zu gucken (mittlerweile mein drittes Mal, bald kann ich die kompletten Dialoge mitsprechen – inklusive der physikalischen Fachdiskussionen ;) , so viel zum Thema Nerdfaktor) und letztendlich war es dann doch spät bis wir ins Bett gekommen sind.
Tja, soviel zu unserem Wochenende. Also nochmal viele Grüße,
Jessi
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